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Der richtige Mix bringt’s

Stadtgrün für ein sich wandelndes Klima

 

Basel ersetzt Rosskastanien mit Bäumen aus dem Süden

Früher wurde in Basel auf Bäume wie Rosskastanien oder Platanen gesetzt. Foto: pixabay.com / CC0 1.0

 

(12.10.2017) Mit dem sich wandelnden Klima wird das Stadtgrün für die zukünftige Lebensqualität noch be-deutsamer. Es sorgt auch bei extremen Temperaturen für ein angenehmes Klima und wirkt so einem Hitzestau in der Stadt entgegen. Die Stadtgärtnerei ist bei der Wahl der richtigen Pflanzen und deren Pflege gefordert. Mit einer großen Vielfalt an Arten und Sorten minimiert sie das Risiko für größere Ausfälle in der Zukunft bestmöglich.


In Basel sind seit einigen Jahren die Veränderungen des Klimas deutlich spürbar. Nicht nur den Blumen und dem Rasen setzen Hitze und Trockenheit zu, auch die Bäume in der Stadt leiden. Während bei kurzfristigen Pflanzun-

gen wie zum Beispiel Blumenrabatten rasch auf Veränderungen reagieren werden kann, sind Bäume jahrzehnte-

lang an ihren Standort gebunden und müssen mit den sich ändernden Bedingungen zurecht kommen. Darum setzt die Stadtgärtnerei Basel alles daran, ihnen die Voraussetzungen zu bieten, dass sie sich bestmöglich ent-

falten können. Ihnen kommt besondere Pflege und vorausschauende Planung zu, denn schließlich leisten sie ihrerseits einen wichtigen Beitrag an die Regulation des Klimas. Sie spenden Schatten und beugen so im Som-

mer einem Hitzestau vor. Dafür müssen sie gesund und widerstandsfähig sein.

 

Sorgfältige Auswahl

 

Die Stadtgärtnerei wählt die Bäume je nach Standort sorgfältig aus und bereitet sie auf das sich wandelnde Kli-

ma vor. Die Wahl der Baumarten für einen zukunftsträchtigen Baumbestand stellt daher eine besondere Heraus-forderung dar. In ihrer eigenen Baumschule zieht sie laufend neue Baumarten auf, die aus wärmeren Klimazonen

schnurbaum
Schnurbaum-Allee in Dresden.
Foto: SchiDD / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

stammen und die Hitze und Trockenheit besser aus-

halten als einheimische Arten. Oft sind es Pflanzen-

arten, die südlich der Alpen natürlicherweise vorkom-

men, wie zum Beispiel die Hopfenbuche, die Stein-

eiche, der Zürgelbaum oder die Blumenesche. Manchmal kommen auch neue, robustere Züchtun-

gen schon länger verwendeter Arten auf den Markt. Auch Pflanzen, die in geeigneten Klimazonen anderer Kontinente heimisch sind, kommen als Zukunftsbäu-

me für die anspruchsvollen städtischen Baumstand-

orte in Frage. Zum Beispiel bewähren sich der Leder-

hülsenbaum aus Nordamerika, der urtümliche Ginkgo aus China oder der ebenfalls aus China und Korea stammende Schnurbaum sehr gut als hitzeverträg-

liche Stadtbäume. Während Jahren beobachten die Baumschulisten der Stadtgärtnerei deren Entwicklung um zu beurteilen, welche Arten und Sorten sich als Stadt-

bäume eignen. Ziel ist, in den städtischen Alleen und Parkanlagen möglichst robuste und möglichst viele unter-

schiedliche Arten und Sorten zu pflanzen. Nur so lassen sich Risiken für größere Ausfälle aufgrund von Anpas-

sungsschwierigkeiten oder neuer Schädlinge minimieren.

 

Härtetest in der Baumschule


Der Ausdruck "Baumschule" kommt nicht von ungefähr: Die Stadtgärtnerei nutzt ihre eigene Baumschule in Arlesheim tatsächlich als Kinderstube und Experimentierfeld für zukünftige Stadtbäume. Weitsichtig und oft schon mit einem potentiellen Standort im Kopf ziehen fünf Mitarbeitende und zwei Lernende in der Baumschule über zweitausend Jungbäume aus rund hundert Arten und Sorten auf. Durch gute Pflege werden sie auf ihr bevorstehendes härteres Dasein in der Stadt vorbereitet. Die Baumschulisten versetzen ihre Schützlinge alle paar Jahre, damit sie einen kompakten Wurzelballen bilden. Zudem schneiden sie die Jungbäume regelmäßig, um einen guten Kronenaufbau und eine ausreichende Stammhöhe zu erzielen. Vor einer Versetzung in die Stadt verbringen sie mindestens sechs Monate – oft auch mehrere Jahre – in besonderen Töpfen aus luftdurchlässi-

ger Noppenfolie, dank denen der ganze Wurzelballen optimal mit Sauerstoff versorgt wird. Dadurch bilden die Bäume besonders viele Feinwurzeln, die das Anwachsen am neuen Standort wesentlich erleichtern.
In der Baumschule sind immer auch Neuheiten vertreten, die einen Härtetest bezüglich der Basler Klimaverhält-

nisse absolvieren müssen. Sie werden einige Jahre auf ihre Gesundheit, die Wuchseigenschaften und ihre Klimaempfindlichkeit geprüft, bevor sie an ihren definitiven Platz in einer Straße, Allee oder in einem Park in Basel kommen.


Die Profis der Stadtgärtnerei denken viel über den Klimawandel nach, bilden sich weiter und stehen in regem Austausch mit anderen Stadtgärtnereien in ganz Europa. Wie sich der Klimawandel tatsächlich auswirken wird, kann jedoch niemand mit Gewissheit vorhersagen. Um für möglichst viele Eventualitäten gewappnet zu sein, setzt die Stadtgärtnerei beim Stadtgrün auf eine große Pflanzenvielfalt. Es ist nur vage oder kaum absehbar, welche neuen Schädlinge in ein paar Jahren welche Pflanzenarten bedrohen. Oder welche Pflanzenarten sich den zukünftigen Klimaverhältnissen anpassen und welche Pflanzenarten in ein paar Jahrzehnten für unsere Breiten-

grade nicht mehr geeignet sein werden. Mit einer umsichtigen Pflanzenwahl und einer grossen Vielfalt von Arten und Sorten minimiert die Stadtgärtnerei das Risiko für grössere Ausfälle bestmöglich.
(bvd-Basel)


 

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