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„Grüne Lunge“ für gutes Stadtklima

Bäume erbringen vielfältige Ökosystemdienstleistungen

 

Grüne Lunge für gutes Stadtklima

Fotos: pixabay / Pixabay Lizenz

 

(5.5.2019) Gesunde Bäume können Städte während Hitzeperioden wirksam kühlen. Dazu müssen sie in Zukunft jedoch besonders widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels sein. Technikfolgenfor-

scherinnen und -forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickeln Strategien, um die Pflege und Bewirtschaftung städtischen Grüns an die neuen Herausforderungen anzupassen. Dabei arbeiten sie mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Verantwortlichen in Karlsruhe und Rheinstetten zusammen. Das Projekt „GrüneLunge“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 1,4 Millionen Euro gefördert.

 

Karlsruhe
Städtische Park- oder Waldflächen wie hier im Karlsruher Schlossgarten sind für ein gutes Stadtklima wichtiger denn je. Foto: Sebastian Mang, KIT

Ob entlang von Straßen, in Wohngebieten, Parks, Gärten, auf Friedhöfen oder sogar in Industriegebie-

ten: Bäume und kleinere Wälder sind für die Bewohne-

rinnen und Bewohner von Städten mehr als nur schön anzusehen. Als „Grüne Lunge“ erbringen sie für die stetig wachsenden Städte vielfältige Ökosystemdienst-

leistungen: Sie reinigen die Luft, indem sie CO2 und Abgaspartikel binden. Gleichzeitig spenden sie Schat-

ten und kühlen durch die Abgabe von Feuchtigkeit effektiv ihre Umgebung. All dies sind Eigenschaften, denen angesichts des voranschreitenden Klimawan-

dels große Bedeutung zukommt.

Doch Bäume stehen in urbanen Umgebungen zuneh-

mend unter Stress. „Wachsende und immer dichter bebaute Städte, Umweltverschmutzung sowie mecha-

nische und chemische Schäden gefährden die Exis-

tenz und Vitalität städtischer Wälder“, sagt Dr. Somidh Saha, Forstwissenschaftler am Institut für Technikfolgen-

abschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT und Leiter des kürzlich gestarteten dreijährigen Forschungspro-

jekts „Inter- und transdisziplinäre Entwicklung von Strategien zur Erhöhung der Resilienz von Bäumen in wachsenden Städten und urbanen Regionen (GrüneLunge)“.

 

Hinzu kommt der Klimawandel selbst: Beobachtungen legen nahe, dass Bäume, die nicht in ihrer natürlichen, sondern in einer gebauten Umgebung wachsen, anfälliger sind für die Folgen globaler Erwärmung – etwa Hit-

zewellen, Dürren, Stürme oder Starkregen. Ökophysiologische Prozesse wie Photosynthese und Transpiration, also das Verdunsten von Wasser über das Blattwerk, könnten so, insbesondere bei heimischen Baumarten, künftig an Intensität verlieren.

 

Mehr Resilienz für die Grünen Lungen der Städte

 

Hier setzt das Projekt an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT wollen kurz- und langfristige Strategien entwickeln, um städtische Wälder widerstandsfähiger zu machen und deren Ökosystemdienstleis-

tungen im Idealfall sogar zu verbessern. Zu diesem Zweck koordiniert das ITAS-Team ein interdisziplinär besetztes Projektkonsortium, das mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro über das Programm „Zukunftsstadt“ des BMBF gefördert wird. Partner sind das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg sowie die Städte Karlsruhe (Gartenbauamt und Forstamt) und Rheinstetten (Bauamt).

„In den kommenden drei Jahren wollen wir besser verstehen, wie sich das Wachstum und die Ökosystemleist-

ungen von Stadtbäumen und Stadtwäldern unter dem Einfluss von Luftverschmutzung und Dürre verändern“, erklärt Projektleiter Saha. Messkampagnen in Karlsruhe und andernorts sollen hier Aufschluss geben. Darauf aufbauend, wollen die Forscherinnen und Forscher untersuchen, wie sich die Hitzebelastung in urbanen Räumen mithilfe von Bäumen am effektivsten verringern lässt. Der Blick richtet sich hier zum einen auf die Auswahl von Baumarten, die aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften besonders geeignet sind. Zum anderen wollen die Forscher größere Zusammenhänge betrachten und zugleich naturgemäße wie wirtschaftliche Begrünungskonzepte für Stadtteile, Parks, Straßenzüge und städtische Waldstücke entwickeln. Zuletzt sollen die gewonnenen Erkenntnisse in Karlsruhe und Rheinstetten auch umgesetzt werden.

 

Begleitet wird die Forschung von verschiedenen transdisziplinären Aktivitäten. Das Projekt GrüneLunge zielt darauf ab, einen Dialog und Wissenstransfer zwischen Bürgern, Förstern, Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern aus Karlsruhe und Rheinstetten anzustoßen und für die Wichtigkeit einer grünen Stadt mit einer gesunden Pflanzenpopulation zu sensibilisieren. Vielfältige Aktivitäten sind insbesondere rund um das vom ITAS betriebene Reallabor „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ und dessen „Zukunftsraum“ in der Karlsruher Oststadt geplant.
(KIT)


 


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