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Neue Bäume braucht die Stadt

Negativen Auswirkungen des Klimawandels mildern

 

Neue Bäume braucht die Stadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(17.7.2013) Kaum jemand, der nicht beruflich mit Pflanzen zu tun hat, kann mehr als fünf Baum- oder Strauch-arten benennen – das ist nicht etwa nur bei Kindern oder Jugendlichen so, sondern bei dem überwiegenden Teil der Bevölkerung. Dennoch geben Bürger in allen Befragungen an, wie wichtig ihnen das Grün in der Stadt sei. Es gibt solche Widersprüche. Die Biergartentische unter Kastanien sind die beliebtesten, auch Parkplätze im Schatten von großen Bäumen sind garantiert als erste belegt … aber leider scheuen sich die Wagenlenker oft nicht, rücksichtslos über Wurzeln zu fahren oder den heißen Wagen auf trockenes Gras zu stellen. Dass die Pflanzen in der Stadt ohnehin schon erschwerte Lebensbedingungen haben und unter höherem Stress leiden als ihre Artgenossen im Wald oder in der freien Landschaft, weiß kaum ein Bürger. Fachleute dagegen beschäf-tigen sich seit einigen Jahren verstärkt mit diesen Themen.

 

Bäume der Zukunft

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pflanzenbestände in Städten und Gemeinden haben längst erheb-liche Konsequenzen für die Baumschulbranche. Schließlich dauert es mehrere Jahre, bis ein Alleebaum die not-wendige Größe und Stabilität hat, die er für ein Leben am Rand der Straße braucht. Was also in acht oder zehn Jahren gepflanzt werden soll, muss jetzt vermehrt werden. In Baumschulen wird deshalb schon seit Jahren weit-sichtig an neuen Sortimenten gearbeitet. Bundesweit wurden mit Unterstützung des Bund deutscher Baumschul-en e.V. (BdB) Vergleichspflanzungen angelegt, in denen gleiche Baumarten nach abgestimmten Kriterien regel-mäßig bewertet werden.

 

Veränderungen deutlich

Schon jetzt gibt es Anzeichen für eine Klimaveränderung, auf die die Pflanzenwelt reagiert: Jüngere Untersuch-ungen aus Dresden belegen, dass der Laubaustrieb in den vergangenen 50 Jahren sechs Tage früher und der Laubfall fünf Tage später auftreten. Der frühere Austrieb wird vor allem dann zum Problem, wenn Spätfröste die jungen Austriebe schädigen - und die Häufigkeit von Spätfrösten hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Markus Guhl, Mitglied des Vorstands der Stiftung DIE GRÜNE STADT warnt: „Insgesamt steigende Durchsch-nittstemperaturen, aber auch die veränderte Niederschlagsmenge und –verteilung und nicht zuletzt das ver-stärkte Auftreten neuer Krankheiten und Schädlinge, sind Entwicklungen, die Politik und Verwaltung, aber auch Unternehmen und Bürger ernst nehmen müssen.“ Klimatologen stellen fest, dass es nicht einfach eine Verschie-bung der Durchschnittstemperaturen von Süden nach Norden gibt, sondern dass lokal und regional unterschied-liche Klimaereignisse auftreten. Zum Beispiel führen die immer öfter auftretenden Starkregen in Verbindung mit der immer noch hohen Versiegelung von Flächen für Straßen- und Wegebau häufiger als früher zu Überflutun-gen und entsprechenden Schäden in Städten und Gemeinden. Gravierende Probleme verbunden mit Pflanzen-ausfällen entstehen aber auch durch die in den vergangenen Jahren erlebten mehrwöchigen Trockenperioden im Sommer. Helmut Selders, Präsident des BdB, betont: „Das Wassermanagement wird in den Kommunen ein zentrales Thema. Als Gegenpol zu der dichten Bebauung sind mehr grüne Ausgleichsflächen in Städten not-wendig, die als temporäre Speicher für Überschusswasser und als Versickerungsflächen zur Verfügung stehen. Außerdem sind solche Grünflächen auch als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Erholungsräume für Städtebewohner wichtig. Wir brauchen eine nationale Strategie für grüne Stadtentwicklung.“

 

Konsequenzen für Städteplanung

Der Vorsitzende des Fachgremiums Produktion und Umwelt im BdB Karl-Friedrich Ley, sieht die Städte ge-meinsam mit den Baumschulen vor einer großen Aufgabe: „Es gilt, die negativen Auswirkungen des Klimawand-els für die Bürger zu mildern. Dazu sind Bäume, Sträucher und Grünflächen bewiesener Maßen die besten In-strumente. Seit einigen Jahren steht das vorhandene Stadtgrün unter Beobachtung und es werden neue Arten und Sorten geprüft, die sich unter den veränderten Klimabedingungen besser eignen. Hier ist die Expertise der Baumschulen gefragt.“ Das bisherige Sortiment wird nicht völlig verschwinden, so sind beispielsweise Platanen und Linden auch in Zukunft wichtige Baumarten in den Städten, aber mehr und mehr bewähren sich auch neue Gehölze aus anderen Regionen. Gesucht sind vor allem Gehölzarten, die eine hohe Trockenheitsresistenz und große Temperaturtoleranz besitzen. Aber auch neue Pflanzkonzepte und Baumformen werden ausprobiert: In der dichten Bebauung der Innenstädte gibt es beispielsweise ein verstärktes Interesse an Dach- und Fassad-enbegrünung. Für Beete und kleinere Grünflächen etablieren sich abwechslungsreiche Gehölz- und Stauden-mischpflanzungen. Für schwierige Standorte eignen sich oft auch von Natur aus schmalkronige Bäume, zumal sie wenig Pflegeaufwand benötigen. Heute gilt es, die Städte zu planen, in denen wir zukünftig leben wollen. Nicht nur, weil die Entscheidungszyklen oftmals länger sind als manchem lieb ist, sondern auch, weil sich Grünflächen entwickeln müssen, bis sie ihre positive Wirkung voll entfalten können. Neue Bäume braucht die Stadt!

 

Text/Fotos: BdB

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In Baumschulen wachsen die Stadt-bäume von morgen heran. Durch Bäume, Sträucher und Grünfläch-en lassen sich die negativen Auswirkun-gen des Klimawandels mildern. Bürger geben in allen Befragungen an, wie wichtig ihnen das Grün in der Stadt se Grünflächen sind als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Erholungs-räume für Stadtbewohner wichtig.