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Nachhaltige Baumarbeiten

Eingriff in den Baum und Wirkung auf dessen Gesundheit

Baumpflege, Kronenschnitt
Foto: mrmac04 / Morguefile.com

 

(2.1.2020) „Welche Auswirkungen hat ein Kronenschnitt auf meine Bäume?“, fragt sich so mancher Gartenbesitzer. Ein Thema, das sich nicht ganz einfach beantworten lässt, das wohl viele Menschen mit einem Garten beschäftigt. Doch wie wirken sich Baumarbeiten tatsächlich auf die eigenen Bäume aus.

 

Zunächst muss erst einmal festgestellt werden, dass ein Baumschnitt immer ein Eingriff in die Natur ist und vom Baum grundsätzlich nicht vorgesehen. Bäume werden nur deshalb vom Menschen beschnitten um zum Beispiel der Verkehrssicherheit oder aber den ästhetischen Gesichtspunkten genüge zu tun. Im Forst werden Bäume als Jungbäume aufgeastet um einen möglichst glatten Stamm zu erhalten, auch hier wird ein grader Wuchs bevorzugt, da sich das gewonnene Holz so besser verkaufen und später verarbeiten lässt.

 

Nachhaltige Baumarbeiten

 

Wenn also in den natürlichen Wuchs des Baumes durch Schnittmaßnahmen eingegriffen wird, so ist dies in der Regel um den Menschen und nicht dem Baum einen gefallen zu tun. Nichts desto trotz sind auch einige Maßnahmen dem Baum gefällig in dem Sinne, dass seine individuelle Lebensdauer verlängert werden kann. Ein Beispiel für diese Schnittmaßnahme ist der sogenannte Fassadenfreischnitt, mit dem nicht nur die Fassade von angrenzenden Gebäuden geschützt und damit besser erhalten werden kann, auch der Baum profitiert, wenn er sich nicht durch ständige Reibung am Gebäudekörper immer wieder Verletzungen zuzieht, in die er Energie zur Wundversorgung investieren muss. Diese offenen Wunden bieten holzzersetzenden Pilzen eine willkommene Eintrittspforte, die in so einem Fall durch die Reibung immer wieder aufreißt. Bei dem Baumschnitt ist hier wie bei fast allen Schnitten zu beachten, dass die Schnittführung richtig ist, keine zu großen Äste geschnitten werden und ein sauberer Schnitt erfolgt. Dies sind auch die Vorgaben, die für die fachgerecht schneidenden Baumpfleger in Kurzform in der aktuellen ZTV Baumpflege (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege) festgehalten sind. Ausgebildete Fachkräfte sind für einen kräfteschonenden und nachhaltigen Baumschnitt unverzichtbar um auch Schnittmaßnahmen in darauffolgenden Jahren so gering wie möglich zu halten.

 

Zukunftsträchtige Maßnahmen beim Baumschnitt

 

Sollte eine Hubarbeitsbühne für die Arbeiten nicht in Betracht kommen, so erreicht ein Baumkletterer jeden Winkel in der Krone um nachhaltig und alles was nötig ist, zu schneiden. Das Beschneiden erfolgt in der Regel mit der Handsäge, welche für Pflegemaßnahmen optimal beschaffen ist, da sie feinere Schnittwunden hervorruft, als beispielsweise eine Motorsäge, die dann schneller vom Baum verschlossen werden können. Weiterhin ist sie auch leicht in jedem Winkel des Baumes zu händeln.

Doch wie wirken sich diese Eingriffe und ein Kronenschnitt welcher Art auch immer auf den Baum aus? Der Baum erhält unnatürliche Wunden auf die er mit einer Einkapselung (Abschottung nach Alex L. Shigo) reagiert, er versucht diese Wunden bestmöglich zu verschließen mit dem Wundkallus, der Stück für Stück über die Wunde wächst. Das kostet den Baum natürlich Kraft, daher sollte der Baumschnitt immer so gering wie möglich ausfallen. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen dazu. Ein nötiger Eingriff zum Baumerhalt nach größeren Wurzelschäden beispielsweise, ohne den der Baum mit hoher Wahrscheinlichkeit abstirbt. Resultierend daraus lässt sich feststellen, dass die Baumarbeiten, solange sie fachgerecht ausgeführt werden, alle baumerhaltend sind, da auch ein nicht verkehrssicherer Baum keinen Bestand haben wird. Das Beschneiden von Bäumen ist dem Baumumfeld geschuldet. Ein Schnitt bei dem alle fachlichen Maßgaben eingehalten werden, hat immer die Förderung der arttypischen, verkehrssicheren Entwicklung des Baumes zum Ziel.

(↗Baumpflege Kasper GmbH)




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