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Kastanienbäume bereits bundesweit im Herbst

Motten und Trockenheit forcieren die Entwicklung


zeckenwarnung
IFoto: pixabay/CC0


(26.7.2017) In diesem Jahr geht es den Kastanien sowohl in den Städten als auch außerhalb der Städte wesentlich schlechter. Die verfrühte Braunfärbung der Blätter im Sommer und der vorzeitige Laubfall macht es für jeden sichtbar. NRW, Sachsen, Bayern und weitere Bundesländer melden großräumigeren und stärkeren Befall.

 

 

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Einige Bäume reagieren auf das Werk der Miniermotte im September sogar mit Neuaustrieb und Blüte. Foto: SDW
 
Miniergänge Bild 2
Miniergänge von Cameraria ohridella.
Foto: Opuntia / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Seit zwei Jahrzehnten werden die Kastanien durch die Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) in ihrer Vitalität beeinträchtigt. Dieser Schädling ist ein aggressiver, winzig kleiner Schmetterling, eine Motte, der aus dem Balkan eingewandert ist und sich hier ohne natürlichen Gegenspieler ungehemmt vermehren konnte. Durch die Miniermotte verlieren die Kastanien seit Jahren ihre Blätter bereits im Spätsommer. Die durch zahllose Fraßstellen in den Blättern verminderte Photosynthese und die so verkürzte Vegetationszeit führen dazu, dass die geschwächten Bäume anfälliger gegen Pilze, Bakterien und anderen Schädlinge werden. Besonders gefährlich für die Kastanien ist das Bakterium namens Pseudomonas syringae, das die Kastanien stark schädigt. Das Bakterium verstopft die Leitungsbahnen und macht den Wasser- und Nährstofftransport unmöglich. Betroffen ist die Hälfte aller Kastanien bundesweit, sowohl junge als auch alte Bäume. Manche Städte, wie zum Beispiel Krefeld, Duisburg, Viersen und Essen haben bereits große Ausfälle zu beklagen.
Erkennbar ist der Befall durch blutende Stellen am Stamm, ein teilweises Absterben der Kronen oder eine dunkelbraune bis schwarze Verfärbung unter der Rinde sowie Stamm- und Astrisse.
Leider gibt es immer noch keine einsetzbaren Gegenmittel. Allein das gewissenhafte Laubsammeln und Verbrennen kann die Überlebenschance der Bäume erhöhen, da der Schädling in den Blättern überwintert. Auch die Wissenschaft, wie Prof. Dr. Michael Müller, Professor für Waldschutz an der TU Dresden, unterstützt das Engagement der Waldschützer.

 

Deshalb heißt es wieder rund den Aktionstag am 11. November, je nach Stand des Laubabfalles, das Laub vollständig zu sammeln und anschließend zur Verbrennung zu bringen. „In Gegenden, in denen seit Jahren das Kastanienlaub konsequent gesammelt wird, sehen die Kastanien viel besser aus“, stellt Alf Jark, der Koordinator der SDW-Aktion, fest, „von den Kommunen erhoffen wir uns weiterhin so gute Unterstützung.“

(SDW)

 

 

 

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