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Hitze und Trockenheit

Wie kann der Baumbestand geschützt werden?

Bei den 37. Osnabrücker Baumpflegetagen war der Umgang mit dem Klimawandel eines der dominierenden Themen.
Foto: Michael Gaida / Pixabay


(21.10.2019) Bei den 37. Osnabrücker Baumpflegetagen am 3. und 4. September 2019 an der Hochschule Osnabrück war der Umgang mit dem Klimawandel eines der dominierenden Themen, mit denen sich rund 240 Fachleute während der zweitägigen Tagung beschäftigten.

 

Die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit zu spüren, das zeigte Johannes Gaugnin, Hauptdelegierter des Jüdischen Nationalfonds e.V., der sich für ein grünes Israel einsetzt, in seinem Vortrag zur hundertjährigen Entwicklung der Forstwirtschaft in Israel. Er bildete mit seiner Präsentation der dortigen Umsetzung den Auftakt der 37. Osnabrücker Baumpflegetage am Campus Haste.

 

Neben dem Menschen, der fast in seiner ganzen Existenzzeit Wälder abholzte, um sie für verschiedene Zwecke zu nutzen, sei das Klima der zweite große Faktor für die zunehmende Dürre, erklärte Gaugnin. So habe er in Israel feststellen können, dass sich im Laufe der Jahre das vermehrte Baumsterben vor allem durch den Anstieg der Oberflächentemperatur, der vermehrten Trockenjahre, geringeren Niederschlag sowie durch die zunehmende Anzahl von Extremhitzetagen begründen lässt. Der Forstwirt stellte die Frage, was gegen das vermehrte Baumsterben unternommen werden könne. Deshalb verringerte der Jüdische Nationalfond die Anzahl der Pflanzen in den Waldbeständen, sodass weniger Pflanzen um das knappe Wasser konkurrieren müssen. Gleichzeitig bauten sie bewusst trockenresistente Arten wie die Akazie an und die Artenvielfalt vor Ort aus.

 

Deutliche Klimazeichen in Deutschland zu spüren

 

Auch in Deutschland gab es in diesem Jahr vier bis fünf Tage, in denen das Thermometer über 40 Grad anzeigte. Anders als in Israel sind jedoch bis zu zweiunddreißig Prozent der Gesamtfläche bewaldet. „In Israel macht der Baumbestand gerade einmal 7,3 Prozent aus“, sagte Gaugnin. Dass sich der Baumbestand in Deutschland allerdings ebenfalls zunehmend verringern wird, davon geht auch Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück, aus. In seinem Grußwort rief er dazu auf, Gewohnheiten zu verändern. „Begeisterung ändert vieles“, erklärte er. Daher sei es auch die Aufgabe der anwesenden Messeteilnehmerinnen und -teilnehmer, die Liebe zur Natur und das Erleben von Bäumen wieder erfahrbar zu machen. Ebenso zeigte Prof. Dr. Jürgen Bouillon, Tagungsleiter der Baumpflegetage, unter anderem auf, dass nicht nur die Trockenheit der Jahre 2018 und 2019, sondern auch das vermehrte Aufkommen des Eichenprozessionsspinners in den hiesigen Regionen Zeichen des Klimawandels seien.

 

Prof. Dr. Jürgen Bouillon (rechts), Tagungsleiter der 37. Osnabrücker Baumpflegtage, und Philipp Schickl (links), Leiter der Professional School, die die Tagung organisierte, übergeben Birgit Strangmann (2. von links), Bürgermeisterin der Stadt Osnabrück, den Baum des Jahres, die Flatterulme. Traditionell nahm die deutsche Baumkönigin 2019, Caroline Hensel, an der Fachtagung teil. Foto: Jörg Hunold.
Prof. Dr. Jürgen Bouillon (rechts), Tagungsleiter der 37. Osnabrücker Baumpflegtage, und Philipp Schickl (links), Leiter der Professional School, die die Tagung organisierte, übergeben Birgit Strangmann (2. von links), Bürgermeisterin der Stadt Osnabrück, den Baum des Jahres, die Flatterulme. Traditionell nahm die deutsche Baumkönigin 2019, Caroline Hensel, an der Fachtagung teil. Foto: Jörg Hunold.

 

Am zweiten Tag der Fachtagung fanden diverse Workshops unter anderem zu den Themen Klimawandel, Artenschutz oder Baumdiagnose statt. An jeweils zwei Workshops nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wahlweise teil, um so Fachwissen für ihren beruflichen Alltag zu erlangen. Zur begleitenden Messe präsentierten sich verschiedene Aussteller wie Fachverlage, Pflanzexperten oder App-Entwickler.


Besuchen Sie die 38. OSNABRÜCKER BAUMPFLEGETAGE am 1. und 2. September 2020!
Wir freuen uns auf Sie!
(↗Osnabrücker Baumpflegetage)



 

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