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Vermehrtes Aufkommen an Eichenprozessionsspinner

April- und Maiwitterung begünstigt starken Befallsdruck

 

Eichenprozessionsspinner
Foto:pixabay / CC0 1.0

 

(17.6.2018) Auf einen rekordträchtig warmen April folgte in diesem Jahr ein ebenso warmer Mai. Laut Angaben des deutschen Wetterdienstes handelte es ich um den wärmsten und sonnenscheinreichsten Mai seit 1889, dem bisherigen Rekordhalter. Auch Spätfröste blieben in diesem Jahr aus.

 

Thaumetopoea precessionea
Raupengruppe. Foto: Haruta Ovidiu, University of Oradea, Bugwood.org / CC BY 3.0 US
Bionomie des Eichenprozessionsspinners
Jahresverlauf des Eichenprozessionsspinners von der Eiablage, über die Raupenstadien und die Puppe bis hin zum fertigen Schmetterling.
Grafik: Wald und Holz NRW
Allergene Wirkung von EPS-Raupenhaaren
Die Raupen können bei Gefahr winzige, 0,1 bis 0,2 mm kleine, nicht sichtbare „Brennhaare“ abschießen. Eine ausgewachsene Raupe verfügt über mehr als 600.000 dieser „Pfeile“, die allerdings erst ab dem dritten Larvenstadium gebildet werden.
Bildquelle: LWF Freising

Neben vollen Eisdielen und Biergärten, fühlen sich auch die für den Menschen gefährlichen Eichenprozessionsspinner durch die Witterung angeregt. Die hohen Temperaturen begünstigen das Wachstum und die Entwicklung der Anfang Mai schlüpfenden Raupen. Die Gefahr für den Menschen ist zur Zeit des Raupenfraßes am höchsten.

 

Betroffen sind, wie in den letzten Jahren, vor allem Eichen im „Privaten und Öffentlichen Grün“, wobei in Wäldern sich der Befall auf Waldränder beschränkt. Dies ist nachvollziehbar, weil die Schmetterlinge von Lichtquellen im privaten und öffentlichen Grün angelockt werden und vor allem dort die Eiablage in den Oberkronen von Eichen stattfindet.

 

Der Eichen-Prozessionsspinner ist von der Iberischen Halbinsel über Süd- und Mitteleuropa östlich bis in den Süden Russlands und nach Vorderasien verbreitet. In Deutschland sind infolge der Massenvermehrungen mittlerweile alle Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Vorkommen werden seit Juni 2012 auch in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Saarland gemeldet.

 

Allergene Wirkung von EPS-Raupenhaaren

 

Von den unscheinbaren Schmetterlingen geht keine Gefahr aus. Ganz anders bei den Raupen, die prozessionsartig in Gruppen krabbelnd, bei Gefahr winzige, 0,1 bis 0,2 mm kleine, nicht sichtbare „Brennhaare“

abschießen können. Eine ausgewachsene Raupe verfügt über mehr als 600.000 dieser „Pfeile“, die allerdings erst ab dem dritten Larvenstadium gebildet werden. Bei Berührung reagiert die Haut des Menschen zunächst mit roten, juckenden Pusteln. Die Spitzen der Brennhaare bohren sich in die Haut und brechen danach ab, z. B. beim Kratzen an den Pusteln oder beim Waschen. Durch die Bruchstelle wird das Nesselgift Thaumetopoein freigesetzt, was anschließend zu heftigen allergischen Reaktionen führt. Beim Einatmen der feinen Härchen können zudem Atembeschwerden wie Bronchitis und Asthma auftreten.

Generell sollten Raupen und ihre Nester nicht berührt werden. Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen.

 

Sofortmaßnahmen

Schon beim Verdacht eines Gifthaarkontakts können folgende Maßnahmen helfen:
• Kleidung umgehend im Freien (!) wechseln, Schuhe nass reinigen
• Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebstreifen entfernen
• Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen
• Gründliches Duschbad mit Haarreinigung sowie Augenspülung mit Wasser
• Betroffene Gegenstände, wie das Auto, waschen, saugen, feucht reinigen
• Hunde baden
• Bei Hautreaktionen empfiehlt es sich, den Hausarzt aufsuchen.
• Bei Atemnot sofort den Rettungsdienst alarmieren.

 

Wer Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt, ist aufgefordert, diese umgehend zu melden, etwa beim zuständigen Gesundheits- oder Gartenbauamt.

 

Quellen: Wald und Holz NRW / ECARF

 

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eichenprozessionsspinner

Foto: Jörg-Peter Wagner / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0


raupe
Foto: Wikimedia / CC0 1.0



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