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Europa erwartet den Eschenprachtkäfer

In Schönbrunn arbeiten Fachleute an der Rettung der Esche


Eschenprachtkäfer
Foto: BFW

 

(16.9.2018) „Esche in Not“ hat sichtbar gemacht, wie sensibel die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) auf äußere Faktoren wie invasive Krankheitserreger reagiert. Auf der Konferenz PREPSYS (1. bis 4. Oktober 2018) mit international renommierten Fachleuten tauscht man sich nun am österreichischen Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in Schönbrunn aus, wie man mit einem neuen Faktor X - dem Eschenprachtkäfer - fertig werden könnte.

 

bohrloch
3 mm groß sind die D-förmigen Ausbohrlöcher der Käfer. Foto: BFW
Ausbohrlöcher

Der Name verrät die „Spezialität“ des Eschenprachtkäfers (Agrilus planipennis, Emerald Ash Borer, EAB) jedenfalls nicht. Das in Ostasien heimische und seit einigen Jahren in den Nordamerika und Russland für die Baumarten der Gattung Esche fatale Insekt wird seinem Namen nur in der Vergrößerung gerecht. Sonst ist der gut einen Zentimeter langgezogene grün-gold schimmernde Käfer für das bloße Auge ein relativ unauffälliges Tier. „Besonders bemerkenswert finde ich, wie sich der EAB in Nordamerika etablieren konnte und sich binnen weniger Jahre - wahrscheinlich von einem Einschleppungsort ausgehend - über weite Teile des Kontinents ausbreitete“, sagt der zuständige Experte Priv.-Doz. Dr. Gernot Hoch, Leiter des Instituts für Waldschutz des BFW, spezialisiert auf Insekten, die es auf den Wald abgesehen haben. Und auch seine kleinen, circa drei Millimeter D-förmigen Ausbohrlöcher in der Borke, an denen Experten eine befallene Esche leichter erkennen können, macht er nicht, wie man vermuten könnte mit

Larvengänge Fraßgänge
Schlangenlinie: So frisst sich die Larve des EAB durch das Holz. Foto: BFW

großer Geste, sondern unauffällig. „Selbst die Eiablage erfolgt diskret in Rindenritzen. Der Fraß der Larven unter der Rinde ist von außen nicht zu sehen. Oft bringen Spechte den Befall zum Vorschein. Es braucht mehrere Jahre, bis die Esche abgestorben ist“, fasst Gernot Hoch zusammen. Aus Ostasien in die USA mit Verpackungsholz importiert und danach mit Brennholz quer durch das Land verschleppt und auf ungeklärtem Wege nach Moskau transportiert, breitet sich der EAB nun im europäischen Russland aus. „Vermutlich ist er schon bald in der Ukraine oder Weißrussland“, warnt Hoch.

 

Europäische Vernetzung

 

Schutzmaßnahmen gegen den Eschenprachtkäfer sind nun gefragt. Die Bedrohung durch den EAB verlangt eine Vernetzung der versierten Institutionen und ExpertInnen auf europäischer Ebene. Ein Beitrag dazu ist die Anfang Oktober 2018 am BFW abgehaltene Konferenz, bei der eine Reihe international anerkannter ExpertInnen den aktuellen Wissensstand zur Schadwirkung des EAB, zu Überwachungsmethoden und Bekämpfungsstrategien präsentieren. Und in einer spannenden Runde aus WissenschaftlerInnen und Pflanzenschutzfachleuten sollen daraus die wichtigsten Erkenntnisse für die Praxis herausgearbeitet werden. „Denn wir brauchen wirksame Präventiv- und Schutzmaßnahmen, gute Zusammenarbeit auf Expertenebene und den politischen Willen, die Situation in den Griff zu bekommen. Nicht nur von europäischer, sondern auch von russischer Seite“, fasst Gernot Hoch zusammen.
(bfw)


Weitere Informationen
Informationen zur Fachkonferenz Prepsys


 

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