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Der sprechende Baum vom Eiskanal

Der Baum 4.0 gibt in Augsburg online Auskunft zu seinen Vitalwerten

Der sprechende Baum vom Eiskanal
Der sprechende Baum vom Eiskanal. Foto: Ruth Plössel / Stadt Augsburg


(9.8.2019) Seit wenigen Tagen ist eine städtische Rotbuche als Teil des Projektes Baum 4.0 online. Forst-

referentin und Bürgermeisterin der Stadt Augsburg Eva Weber sowie Prof. Dr. Annette Menzel von der Technischen Universität (TU) München schalteten gemeinsam die Leitungen des verkabelten Baumes frei. Werte zum Saftfluss, der Blatttemperatur, der Lufttemperatur oder zur Bodenfeuchte sind nun imInternet einsehbar.

 

Baum 4.0 ist ein Projekt der städtischen Forstverwaltung und der TU München. Die 30 Meter hohe Rotbuche wurde sorgfältig ausgewählt. In den vergangenen Monaten wurde die nötige Hardware am Baum installiert. Die ausgewählte Buche sendet nun täglich Messdaten zu ihrem Wachstum, Vitalfunktionen und Wasserhaushalt ins Internet. Anhand dieser Daten können sich Bürgerinnen und Bürger unmittelbar → informieren, welche Wirkungen Klima und Wetter auf Bäume im Raum Augsburg haben. Nach einigen Jahren wird es anhand der gesammelten Daten auch möglich sein, Rückschlüsse auf die umliegenden Bäume des Lechauwaldes zu ziehen.

 

Verbundprojekt BAYSICS

 

„Baum 4.0“ ist Teil des Verbundprojekts BAYSICS (Bayerisches-Synthese-Informations-Citizen Science Portal für Klimaforschung und Wissenschafts­kommunikation), welches innerhalb des Bayerischen Netzwerks für Klimafor-

schung vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird. „Bäume sind ein wichtiger Kohlenstoffspeicher und dienen dem Klimaschutz. Gerade angesichts des fortschreitenden Klimawandels mit häufigeren und stärkeren Dürreperioden und / oder Hitzewellen ist es wichtig, das Wachstum und die aktuellen physiologischen Prozesse der Bäume als Reaktion auf Hitzestress und Wassermangel aufzuzeichnen. Es zeigt sich bereits deutlich, dass der Wald zunehmend unter den Klimaextremen leidet“, erklärt Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TU München und wissenschaftliche Sprecherin des Bayerischen Netzwerks für Klimaforschung.

 

Standortskizze
Standortskizze des Baum 4.0. Quelle: Stadt Augsburg

 

Insgesamt wird es vier vernetzte Sensor-Bäume in Bayern geben. Ausgewählte Bäume in München, Eichstätt und Berchtesgaden sollen noch in diesem Jahr ebenfalls Daten übermitteln. Alle Bäume sind mit verschiedenen Sensoren und einer Webkamera bestückt. Diese erfassen die Bodentemperatur und die Bodenfeuchte, das von den Wurzeln durch den Stamm zur Krone geleitete Wasser (Saftfluss), die Durchmesseränderung des Stamms sowie die Blatttemperatur und jahreszeitliche Blattentwicklung. Durch die unterschiedlichen Stand-

orte im Freistaat können klimatische und lokale meteorologische Effekte gemessen und verglichen werden. Per Mobilfunk werden einmal täglich die von den Sensoren erfassten Daten auf die BAYSICS-Plattform übertragen. Jeder Interessierte kann dort tagesaktuelle Werte zum Baumzustand abrufen.

 

Augsburg atmet

 

Der Augsburger Talking Tree ist Teil des stadtweiten, mehrjährigen Mitmach-Programms „Augsburg atmet – fürs gute Leben in der Stadt“. Dieses bündelt und kommuniziert bestehende, aber auch neue Projekte aus den Bereichen Mobilität (zum Beispiel Lastenradförderung), Luftreinhaltung, Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz. Die Themen werden öffentlichkeitswirksam, transparent und verständlich dargestellt. Ziel ist es, die gesamte Stadtgesellschaft im Sinne der Zukunftsleitlinien der Stadt zu sensibilisieren, zu motivieren und zum Mitmachen anzuregen. Die nachhaltige Ausgewogenheit von ökologischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Qualitäten soll zudem durch neue Ideen und Projekte Schritt für Schritt im Sinne eines guten Stadtlebens gemeinsam entwickelt werden.
(kes, Quelle: Stadt Augsburg)


Weitere Informationen
Ökoklimatologie der TU München
Verbundprojekt BAYSICS
Talking Tree Augsburg

 

 

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