Arboristik - Recht

Baumpflege  |  Nachrichten  |  Produkte  |  Schadorganismen  |  Wissen  |  Recht

 

 

Wer kommt für den Schaden durch Baumwurzeln auf?

Ein "genetischer Fingerabdruck" schafft Klarheit

Während das oberirdische Wachstum von Bäumen gut kontrollierbar ist, kann der unterirdische Wurzelbereich nicht kontrolliert werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(6.2.2014) In den Städten sorgen Bäume für Wohlbefinden, spenden Schatten und sind oft ein Ort der Ruhe und Erholung. Sie sind wichtiger Bestandteile unserer Umwelt und ein Leben ohne Bäume wäre weder vorstellbar noch lebenswert. Mit Bäumen verbinden wir viel Positives. Abgesehen davon, können Bäume aber auch große Probleme bereiten. Insbesondere dann, wenn ihre Wurzeln um knappe Ressourcen konkurrieren und in Kanäle oder Leitungen einwachsen und dort massive Schäden hervorrufen können.
Während das oberirdische Wachstum von Bäumen gut kontrollierbar ist, kann der unterirdische Wurzelbereich nicht kontrolliert werden. Durch die voranschreitende Urbanisierung konkurrieren unsere Bäume häufig um knappe Ressourcen, wie z.B. Wasser. Dann können Bäume schon mal in Kanälen und Rohren Wurzeln schlagen. Zunächst ganz unbemerkt, bis die Wurzeln größer und dicker werden und irgendwann Probleme in der Infrastruktur verursachen.

 

Ein Kanal mit einwachsenden Wurzeln ist nach DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden,
Für das Einwachsen einer Baumwurzel in die Kanalisation, in ein Rohr oder eine andere Leitung Infografik Infografik genügt der Wurzel zunächst häufig ein Haarriss. Im weiteren Verlauf wird sich die Wurzel im Rohr ausbreiten und weitere Wurzeln entwickeln. Im Laufe der Zeit kann es zu einer schweren Schädigung an Kanälen und Infrastruktur kommen.
Wie schnell und in welche Richtung Wurzeln wachsen hängt von den Bodenverhältnissen (Nährstoffe, Wasser, Porengröße), dem Standort (allein oder in Gruppen) und dem Wurzelsystem (Tief-, Flach-, Herz- oder Senkwurzler) des jeweiligen Baumes ab.
Ein Kanal mit einwachsenden Wurzeln ist im Sinne von DIN1986-100 undicht und muss saniert werden, unabhängig davon ob es einen tatsächlichen Rückstau gibt oder nicht. Daraus ergibt sich häufig ein hoher finanzieller und technischer Aufwand. Für die Kosten, die durch die Wurzelschäden entstehen, haftet in der Regel der Eigentümer des Baums. Eine eindeutige Identifikation des Baumes ist deshalb unerlässlich.
Zudem gilt nach BGB § 1004 ein Baum, der auf fremden Grund einen Schaden anrichtet als Störer. Vor diesem rechtlichen Hintergrund kann der Geschädigte vom Besitzer des Baumes ggf. Schadensersatz verlangen, beispielsweise, wenn es sich um einen Baum von einem öffentlichen oder einem Nachbargrundstück handelt.
Durch eine DNA-Analyse lässt sich eindeutig klären, welcher Baum für den Schaden verantwortlich ist. Ein solcher genetischer Fingerabdruck ist außerdem gerichtsfest. Somit muss zum Einen der Geschädigte nicht auf den Sanierungskosten sitzen bleiben, andererseits ist es durch solch eine Analyse möglich ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abzuwehren.

 

Institut Dr. Ziemer

zurück zur Übersicht oder zur Startseite

2003 - 2014 - arboristik.de - All rights reserved

Skizze