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Sporeninvasion vom Wacholder bei Birnbäumen

Birnengitterrost abwehren


Birnengitterrost - Gymnosporangium sabinae
Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae). Foto: Fritz Geller-Grimm / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5

 

(30.11.2016) Schleimartige Gebilde auf den Wacholderzweigen sind seit einigen Jahren mancherorts regelmäßig zu beobachten. Es sind die Fruchtkörper verschiedener wirtswechselnder Rostpilzarten der Gattung Gymnosporangium. Auch Birnbäume können von einer der Arten befallen werden. Bei wiederholtem starken Befall geht der Ertrag zurück und einzelne Äste oder ganze Bäume können absterben.

 

Aus meist keulenförmig angeschwollenen Wacholderzweigen treten im Frühjahr, besonders in Regenperioden, bräunliche oder hellorangefarbene, längliche, warzige, gelatineartige Auswüchse hervor. Die Fruchtkörper

Birnengitterrost auf Wacholder
Birnengitterrost auf Wacholder.
Foto: Eco-mus / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

verschiedener wirtswechselnder Rostpilzarten der Gattung Gymnosporangium erzeugen Sporen, die sich je nach Pilzart auf Weißdorn, Eberesche oder Birne, hier als Birnengitterrost bekannt, ansiedeln und während des Sommers dort ebenfalls Schäden hervorrufen können.

 

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist kein Wirt des Birnengitterrostes (Gymnosporangium sabinae). Die Sporen kommen zum Beispiel von Sadebaum (Juniperus sabina), Gelbem Wacholder, Raketenwacholder (Juniperus scopulorum), Chinesischem Wacholder (Juniperus chinensis), und Virginischem Wacholder (Juniperus virginiana). Der Pilz vermag an den keulenförmig angeschwollenen Zweigen dieser Wacholderarten mehrere Jahre als Myzel in Trieben oder Ästen zu überdauern. An infizierten Astpartien können sich im Frühjahr immer wieder Teleutosporenlager bilden, von denen aus dann Birnbäume infiziert werden können. Bei Feuchtigkeit schwellen die Teleutosporenlager an und entwickeln gallertige, lappige Auswüchse. Aus den zweizelligen Teleutosporen entwickeln sich Basidien, die Basidiosporen bilden, welche die Birne im Frühjahr nach dem Blattaustrieb über Windverbreitung infizieren.

 

Ganze Birnbäume können zugrundegehen

 

Birnengitterrost
Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae).
Foto: Jan Homann / / Wikimedia Commons / CC0 1.0

Auf den jungen Birnenblättern erscheinen im Frühjahr zunächst sehr kleine gelborangefarbene später orangerote Flecke, die zusammenfließen. Im Sommer entstehen große dunkelrote Flecke mit dunklen klebrigen Punkten auf dem Birnenlaub. In diesen schwarzen Fruchtkörpern, genannt Pyknidien (Spermogonien), bilden sich die Pyknosporen (Spermatien). Der pilzliche Erreger wächst dann im Spätsommer zur Blattunterseite durch. Hier entstehen auffällige, warzen- beziehungsweise körbchenförmige, drei Millimeter aus dem Blattgewebe herausragende Sporenlager, die Aecidien. Der Name Birnengitterrost entstand durch die Anordnung und das Aufreißen dieser in gitterförmigen Strukturen. Aus den Aecidien werden im Juli/August Aecidiosporen entlassen, die mit dem Wind verbreitet den Wacholder infizieren können.

 

Um das Birnenlaub vor Infektionen durch die Sporen zu schützen, ist der Einsatz eines auch zur Bekämpfung des Birnengitterrostes zugelassenen Difenoconazol-Präparates möglich. Für die erste Behandlung ist der richtige Zeitpunkt gleich nach der Entfaltung der ersten Laubblätter. Bis zu vier Behandlungen in Abständen von jeweils zehn bis 14 Tagen sind zulässig. Beim Wacholder empfiehlt es sich, die befallenen Zweige mindestens bis zehn Zentimeter tief ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Wenn mit Sporenzuflug aus der Umgebung zu rechnen ist, sind die direkten Schutzmaßnahmen an den Birnbäumen unumgänglich.


(Quelle: Profil Online)


 

 

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