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Nicht nur am Tag des Baumes...

Zwischen Haushaltsdruck und Lokalpolitik

 

Nicht nur am Tag des Baumes. Zwischen Haushaltsdruck und Lokalpolitik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(3.4.2014) Am 25. April ist der „Tag des Baumes“ und an diesem Tag werden auch 2014 in vielen Städten und Gemeinden Bäume gepflanzt. Meist steht der Bürgermeister selbst auf dem Spaten oder gießt zumindest den neu gepflanzten Baum an, Ratsmitglieder, Vertreter der Wirtschaft und die Lokalpresse sind dabei. Eine öffentlichkeitswirksame Baumpflanzung kann für Kommunen eine gute Chance sein, Bürgernähe zu demonstrieren und gleichzeitig bürgerschaftliches Engagement zu wecken: Grünflächen gehören zur Daseinsvorsorge - Unternehmen vor Ort, Initiativen und immer mehr Privatpersonen erwarten attraktive öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität im innerstädtischen Bereich. Auf der anderen Seite aber leiden viele Kommunen unter budgetären Engpässen und sehen Bäume nur als Kostenfaktor im Haushaltsplan. Helmut Selders, Präsident des Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., kennt beide Seiten: „Unbestritten kostet Grünpflege Geld, doch eine gute Ausstattung mit öffentlichem Grün bietet Vorzüge, deren Nutzen höher liegt als die Kosten. Ein einziger Baum produziert in 24 Stunden etwa 13 Kilogramm Sauerstoff und damit den Tagesbedarf von zehn Menschen. Gleichzeitig verdunstet er etwa 400 Liter Wasser und trägt damit zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Zudem bindet ein Baum täglich etwa 18 Kilogramm Kohlendioxid und filtert Feinstaub aus der Luft.“


Der Verband der Baumschulen kritisiert, dass in den immer wieder bemühten „Zeiten knapper Kassen“ viele kommunale Entscheidungsträger die positive Wirkung von innerstädtischem Grün auf das Wohlbefinden und auf das Sozialgefüge der Bewohner nicht genügend berücksichtigen. Grüne Stadtteile seien friedlicher, gesünder und wirtschaftlich erfolgreicher als graue Quartiere, so Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB. Die Bürger fühlten sich dort wohler und identifizierten sich stärker mit ihrer Wohnumgebung. Das wirke sich auch im Steueraufkommen aus: Investoren reagierten auf attraktive Standorte und auch die positiven Auswirkungen auf das Stadtmarketing und den Tourismus seien offensichtlich.

 

Aktionen am Tag des Baumes

 

Die sozialen, gesundheitlichen, psychologischen und ökonomischen Effekte von Grünflächen und auch deren positive Wirkung auf das Stadtklima und die Luftqualität sind hinlänglich bekannt. Nimmt man die demographische Entwicklung ins Blickfeld, wird deutlich, dass die Stadt der Zukunft mehr Grünflächen haben muss. Selders appelliert, die Pflanzaktionen am Tag des Baumes dürften nicht nur symbolische Handlungen sein, sondern über den Tag hinaus ein Bekenntnis zum öffentlichen Grün: „Pflanzmaßnahmen sind direkt sichtbar und in ihrer Wirkung auf die Lebensqualität spürbar. Wenn Kommunen ihre Leistungen für mehr Grün vor Ort kommunizieren, dient dies nicht nur der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung, sondern auch der Stärkung des Grüns als Thema des öffentlichen Interesses. Nicht zuletzt kann dies dazu beitragen, dass Politik und Verwaltung in der Öffentlichkeit im Wortsinne wirklich als Träger öffentlicher Interessen verstanden werden.“

Der BdB befürwortet die aktuelle Initiative der Bundesregierung, ein Grünbuch zum jetzigen Stand der Grünen Stadtentwicklung zu erarbeiten. Im Rahmen eines Termins mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Rita Schwarzelühr-Sutter, unterstützte Selders das Vorhaben ausdrücklich: "Den ressortübergreifenden Ansatz zur Erstellung eines nationalen Sachstandsberichts zum Thema Grün in Städten begrüßen wir außerordentlich. Eine solche Bestandsaufnahme kann die Grundlage für die von uns geforderte ´Nationale Strategie für Grüne Stadtentwicklung` sein.“

BdB


J. Sterling Morton (1893-1897) (Photo courtesy of the U.S. Department of Agriculture.Hintergrundinformationen zum Tag des Baumes:

„Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ (Julius Sterling Morton, 1872)

Anfang 1872 fasste der amerikanische Journalist Julius Sterling Morton seine Erkenntnisse zum Erosionsschutz und anderen positiven Eigenschaften von Bäumen in seiner „Arbor Day-Resolution“ zusammen, in der er einen jährlichen „Tag des Baumes“ forderte. Nach der Regierung von Nebraska (1872) stimmten nach und nach alle Staaten der USA zu und pflanzen seitdem an diesem Tag unzählige Bäume. In Deutschland wird der "Tag des Baumes" seit etwa 60 Jahren begangen. Am 25. April 1952 pflanzte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss zusammen mit dem Bundesinnenminister Dr. Robert Lehr im Bonner Hofgarten symbolisch einen Ahornbaum. Damit war das Datum für den "Tag des Baumes" in Deutschland bestimmt. In vielen Städten und Gemeinden werden am 25. April Bäume gepflanzt, um auf den Wert von Bäumen hinzuweisen. Foto: U.S. Department of Agriculture

 



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Ein einziger Baum produziert in 24 Stunden den Tagesbedarf an Sauerstoff von zehn Menschen Die positive Wirkung auf das Stadtklima und die Luftqualität sind hinlänglich bekannt Tag des Baumes