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Krakau ist "Europäische Stadt der Bäume 2013"

Jahreshauptversammlung des European Arboricultural Council (EAC) in Krakau

 

 

Krakau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(22.8.2013) Neue Impulse für die Begrünung von Städten und für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Stadtbäumen gehen von der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Europäischen Rates für Baumpflege (European Arboricultural Council – EAC) aus, die in Krakau/Polen stattgefunden hat. Dabei erhielt Krakau, das als eine der schönsten Städte Polens gilt, die Auszeichnung zur „Europäischen Stadt der Bäume 2013“ (European-City-of-the-Trees-Award – ECOT).

 

Der kroatische EAC-Präsident Tomislav Vitković begrüßte über 40 Teilnehmer aus den Ländern Belgien, Teilnehmer Teilnehmer Dänemark, Deutschland, Finnland, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Spanien und Tschechien sowie Gäste aus Serbien und den Vereinigten Staaten in dem aus dem 14. Jahrhundert stammende Krakauer Rathaus. Stanislaw Styczynski, Präsident des polnischen EAC-Mitgliedsverbandes Miedzynarodowe Towarzystwo Uprawy i Ochrony Drzew, hieß die Teilnehmer des Kongresses herzlich willkommen. Er bedankte sich bei Vize-Bürgermeisterin Elizabeth Koterba für die gewährte Gastfreundschaft.

 

Egbert Roozen vom niederländischen Verband VHG Vakgroep Boomverzorging überreichte als Repräsentant der Stadt Amsterdam, die im vergangenen Jahr die Auszeichnung zur „Europäischen Stadt der Bäume“ erhalten hatte, der Krakauer Vize-Bürgermeisterin die ECOT-Urkunde und die ECOT-Fahne. Der Vorsitzende der EAC-Arbeitsgruppe ECOT, Jan Goevert, würdigte die Leistungen der Stadt Krakau bei der Stadtbegrünung. Am meisten beeindrucke ihn die gelungene Umwandlung des einst negativ von der Schwerindustrie geprägten Krakauer Stadtbezirks Nowa Huta in eine vorbildliche Wohngegend mit Baumalleen und kleinen Parks, hob Goevert in seiner Laudatio hervor. In Krakau selbst trage dieser Stadtteil daher den liebevollen Beinamen „die Hinterhofgärten“.

Wie viel der Stadt an „gesundem Grün“ liegt, zeigte sich bei einem Rundgang der Kongress-Teilnehmer. Sie waren besonders von einem neu angelegten Park mit modernem Spielplatz für Kinder, der Kreativität und Geschicklichkeit fördert, beeindruckt. Ein Teil des Parks war für den „Hain der Baumpfleger“ reserviert, den die Tagungsteilnehmer mit viel Elan anlegten. Dabei wurde für jedes EAC-Mitgliedsland ein Baum gepflanzt. Bei Führungen durch die Wawel-Burg und die Salzmine von Wieliczka konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, weshalb die Stadt Krakau bei Touristen aus aller Welt so beliebt ist.

Um den europäischen Baumpflegern eine andere, symbolische Sichtweise der Bedeutung von Bäumen nahezubringen, zeigte der in Polen zu den ganz großen Filmregisseuren gehörende Grzegorz Królikierwicz Szenen aus seinem prämierten Werk „Trees“ („Bäume“) und diskutierte sie mit den Baumexperten des EAC.

Ein weiterer Höhepunkt des Kongresses waren die Präsentationen des Niederländers Henry Kuppen, dessen Firma sich auf die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und des roten Palmrüsselkäfers spezialisiert hat. Kuppen hielt zwei anschauliche Vorträge über die verschiedenen Lebenszyklen der beiden Schädlinge und stellte die Spezialmaschinen vor, die zur Beseitigung dieser Insekten eingesetzt werden.

 

Die britischen EAC-Vertreter William Matthews, Jonathan Cocking und Jago Keen, der künftige Präsident der Arboricultural Association, stellten die in Großbritannien übliche Zertifizierung von Baumpflegefirmen zur Qualitätssicherung vor. Sie erläuterten die damit verbundenen Wettbewerbsvorteile. Da es in Europa kein einheitliches Zertifizierungssystem gibt, könnte das britische Modell als Vorbild für EAC-Mitgliedsländer dienen, die über eine Zertifizierung nachdenken. Auf dieser Grundlage soll auch ein Entwurf für ein mögliches europäisches Modell erstellt werden.

 

Bei dem Kongress wurde auch aus den EAC-Arbeitsgruppen berichtet. Die Arbeitsgruppe Zertifizierung und Qualitätsmanagement (Certification and Quality Management – CQM) hat neue Richtlinien für die Prüfung von Fachkräften (ETW- und ETT-Regeln) erarbeitet, die im November bei einem Seminar für EAC-Supervisoren und -Prüfungszentren in Schwaig bei München vorgestellt und besprochen werden sollen. Mit dem Europäischen Motorsägen-Zertifikat (European Chainsaw Certificate) beschäftigt sich die Arbeitsgruppe ebenfalls. Nach ihrer Meinung stellt dieses Zertifikat wichtige Mindestanforderungen für den Gebrauch einer Motorsäge sicher, auch wenn das Zertifikat den Einsatz von Motorsägen im Baum noch nicht umfasst.

Für die in Englisch in einer Datenbank vorliegenden Multiple-Choice-Fragen, die bei den Prüfungen zum Europäischen Baumpfleger (European Tree Worker) zum Einsatz kommen werden, sind bislang noch nicht alle Übersetzungen in die nationalen Sprachen vorhanden. Jedoch äußerte sich Glen Read, Mitglied der Arbeitsgruppe Fragenkatalog (Question Bank), optimistisch, dass die Fragen bald auch in anderen Sprachen vorliegen.

Jan Goevert, Vorsitzender der Arbeitsgruppe ECOT, berichtete, dass sich die Stadt Frankfurt am Main für den Europäischen Stadtbaum-Preis 2014 beworben habe. Im Herbst dieses Jahres werde er die Stadt gemeinsam mit weiteren interessierten EAC-Mitgliedern besuchen, um die Parkanlagen und Bäume zu inspizieren. Das Grün-flächenamt der Stadt habe seine Unterstützung bei der Ausrichtung der nächsten EAC-Jahreshauptversammlung signalisiert, die vom 27. bis 29. Juni 2014 ebenfalls in Frankfurt stattfinden werde.

 

Unter Leitung von EAC-Vizepräsident Jochum Bax berieten die Mitglieder der Arbeitsgruppe Kommunikation, wie die Ziele des Verbandes in die Öffentlichkeit getragen werden können, die EAC-Website aktualisiert und überarbeitet wird sowie Sponsoren gewonnen werden können.

 

Harold Schoenmakers vom holländischen Verband berichtete über ein in den Niederlanden eingeleitetes Pilotprojekt zur Rezertifizierung von Fachkräften (ETW). Als Mitglied der Arbeitsgruppe Zertifizierung und Qualitätsmanagement (CQM) werde er sicherstellen, dass sowohl die Arbeitsgruppe als auch der EAC-Vorstand über die Entwicklungen auf diesem Gebiet auf dem Laufenden gehalten werden. Der EAC will zu einem späteren Zeitpunkt darüber entscheiden, ob und inwieweit das niederländische Projekt bei der Überarbeitung der Regelungen zur Rezertifizierung aller europäischen Fachkräfte übernommen wird.

Professor Dr. Milka Glavendekić, Vorsitzende der Gesellschaft der serbischen Landschaftsgärtner, bekundete für ihren Verband großes Interesse an einer Mitgliedschaft im EAC. Sie betonte, dass sich ihre serbischen Landsleute als Europäer fühlten und daher einen Anschluss an die EU anstrebten. Auch die Mitgliedschaft des nationalen Verbandes im EAC solle dafür ein positives Zeichen setzen. Dazu wurde zunächst ein Informations-austausch vereinbart.

Wie immer war Sharon Lilly von der US-Partnerorganisation ISA Amerika ein gern gesehener Gast. Die ISA befasst sich gegenwärtig besonders mit der Verkehrssicherheit von Bäumen und bietet ihren Mitgliedern weltweit eine entsprechende Qualifizierung an, erläuterte Lilly. Auf reges Interesse stoße diese Qualifizierung in Asien, vor allem in Hong Kong und Singapur. Außerdem lud Lilly die EAC-Mitglieder ein, im nächsten Jahr an einem wissenschaftlichen Symposium über die Diversität von Stadtbäumen teilzunehmen, das im schwedischen Malmö gehalten werde.

Einstimmig und mit großem Lob für seinen über viele Jahre hinweg geleisteten Einsatz zum Wohle des EAC wurde Wolfgang Groß vom Bundesverband Garten-Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef als Sekretär des europäischen Verbandes wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig wurde Hanka Dolze, Firma Dolze GmbH Burgau, für zwei weitere Jahre zur Kassenprüferin gewählt. Dieses Amt führt sie gemeinsam mit der finnischen EAC-Vertreterin Tuovi Aalto aus, die es noch bis 2014 inne hat.

 

 

Quelle: galabau.de

 

 

 

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Vize-Bürgermeisterin Elizabeth Koterba
Egbert Roozen, Niederlande, überreichte die Urkunde zum Europäischen Stadtbaum-Preis 2013 (ECOT) an die Vize-Bürgermeisterin der Stadt Krakau, Elizabeth Koterba.
Foto: EAC
 
Hanka Dolze
Hanka Dolze pflanzte für die Interessenvertretung Deutsche Baumpflege (IDB) eine Birke im „Arborists Grove“ (Hain der Baumpfleger) in Krakau.
Foto: EAC
 
 


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