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„Runder Tisch Baum“

Berliner Erfahrungsaustausch - kostenfrei & werbefrei

Runder Tisch Baum
Foto: pixabay.com / CC0 1.0

 

(22.3.2017) Am 7. März 2017 hat zum 4. Mal der „Runde Tisch Baum“ stattgefunden, ein Erfahrungs-austausch zu Bäumen im urbanen Raum. Die Veranstaltung mit dem Themenschwerpunkt „Altbaum-pflege“, wurde von 192 Teilnehmern besucht.

 

Nach Grußworten des Staatssekretärs für Verkehr der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Herr Jens Holger Kirchner und dem Pankower Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste Herr Vollrad Kuhn haben die Referenten Stephan Rodtheut, Dr. Angela von Lührte und Nicolas A. Klöhn am logo runder tischBeispiel der Altbäume des großen Tiergartens in Berlin vorgestellt, was heute stehende Altbäume gewissermaßen erlebt haben können bzw. eine Vorstellung von deren Reaktionsfähigkeit bis ins hohe Alter vermittelt. Hierzu wurden wissenschaftliche Abschlussarbeiten, u. a. umfassende dendrochronologische Untersuchungen und Ergebnisse aus verschiedenen Gutachten und Forschungsprojekten, unter anderem in Zusammenhang mit den Großbauprojekten Tiergartentunnel und Potsdamer Platz vorgestellt.

 

Im 2. Block berichtete Frau Natalie Minninger, heute im Bezirksamt Mitte unter anderem für die Pflege dieser alten Bäume im Tiergarten verantwortlich, vom komplexen pflegerischen Umgang mit denselben. Jan Uhlig, Bereichsleiter der Stiftung preußische Schlösser und Gärten für die Pfaueninsel und das Schloss Glienicke stellte spektakuläre Beispiele aus dem Management uralter Bäume im englischen Landschaftsgarten vor. Unter anderem wird auf der Pfaueninsel die Kunst künstlicher Brüche praktiziert, wo andere Methoden der Baumpflege nicht mehr zielführend wären.

 

Im 3. Block stellte der Baumpfleger Thomas Moises Beispiele aufwendigerer Schnittmaßnahmen an alten Bäumen vor, wobei der Schwerpunkt auf einer Habitus erhaltenden Arbeitsweise gelegt wurde. Hierbei wurde auch der hierfür erforderliche personelle und technische Aufwand beispielhaft dargestellt, wodurch die Unterschiede zum „Standard-Vorgehen“, zum Beispiel in größeren Vergaben deutlich wurde. Den Abschluss bildete hier ein Vortrag zur beeindruckenden Artenvielfalt von Käfern, wobei hier insbesondere Lebensraumansprüche durch die Bundesartenschutzverordnung streng, besonders geschützter Arten sowie durch europäische Artenschutzvorschriften hervorgehobene Arten umrissen wurden. Keine Überraschung: in Berlin kommen viele spektakuläre wie schutzbedürftige Arten vor.


Die Vorgeschichte


Die Veranstaltung wurde wiederum durch eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe vorbereitet, die sich aus Fachleuten unterschiedliche Arbeitsfelder zusammensetzt, die beruflich intensiv mit Bäumen umgehen. Gebildet hat sich diese Arbeitsgruppe, da es sich bei anderen Fortbildungsangeboten erwiesen hat, dass insbesondere Beiträge mit einem engen Bezug zur Praxis von den Baumpflegern und Baumkontrolleuren besonders geschätzt wurden. Zudem wurde der Austausch von Erfahrungen in Diskussionen nach den Vorträgen wie auch in den Pausen als besonders wichtig beschrieben doch deren Anteil als zu gering eingeschätzt.

 

In Beobachtungen zum Umgang zwischen Mitarbeitern von Ämtern, Experten, Bürgern, Naturschutzverbänden und Anderen fiel auf, dass Laien zu den fachlichen Entscheidungsgründen zu Bäumen „andere“ Vorerfahrungen und Vorkenntnisse haben, als die „Professionellen“ verschiedener Sparten, wodurch nicht selten in unerfreulicher Weise fachliche Entscheidungen infrage gestellt werden und darüber hinaus nicht selten Verständigungsprobleme und auch ein gewisses Misstrauen gegenüber ausführenden Firmen nicht nur von Bürgern und Naturschutzverbänden zu beklagen sind.

Unsere Idee war daher eine offene Veranstaltung für Mitarbeiter der Behörden, der verschiedenen Firmen und Betrieben, der Verbände und Vereine und aller beruflich und/oder privat interessierter Menschen, die sich mit Begeisterung mit Bäumen beschäftigen, bei der Erfahrungen und Wissen vorgestellt werden und offen diskutiert werden können!

FlyerNachdem die Idee in einer eher humorvollen Bemerkung geboren wurde, traf sich ein Kreis „der üblichen Verdächtigen“, um sozusagen am „RUNDEN TISCH“ - Probleme der täglichen Arbeit zu diskutieren und gemeinsame Ideen zu entwickeln um Barrieren und Missverständnisse abzubauen und fachliche Fehler auszuwerten um diese zukünftig zu vermeiden. Schnell hatte dieser Kreis erfahren, dass man viele Gemeinsamkeiten hat und die Liebe zu den Bäumen verbindet. Erst später keimte der Gedanke, diese Erfahrungen in die Breite der Öffentlichkeit zu tragen.
So organisierte das Kernteam des „Runden-Tisches-Baum“ mit vielen ehrenamtlichen Engagement, eine kostenfreie und werbefreie und dennoch interessante Veranstaltung im Jahr 2014. Zur Keimzelle gehörte u. a. Simone Liebscher, Revierleiterin „Baum Süd“ des Bezirksamtes Pankow. Bei ihr treffen sich regelmäßig zur thematischen Vorbereitung, Konzeption und Organisation unter anderen Mitarbeitern von Bezirksämtern, wie Guido Fellhölter, Hanno Hartwig, Ronald Kölm (der die Veranstaltungen moderiert), und Bernd Malchow, aus der gewerblichen Baumpflege unter anderem André Kellermann und Thomas Moises, der Sachverständige für Bäume Nicolas A. Klöhn vom Naturschutz der Baumreferent des BUND LV Berlin Christian Hoenig und immer wieder aber auch weitere Mitstreiterstreiter. Wenn es die Jahreszeit zulässt, treffen wir uns im Sinne der angenehmen Gruppenarbeit zum Erfahrungs- und Ideenaustausch gerne auch in verschiedenen Gärten. Die Vortragsthemen entstehen aus Vorschlägen und Wünschen der Praktiker. Dann versucht die Arbeitsgruppe geeignete spannende Referenten zu finden, die nicht nur ehrenamtlich Vortragen, weil sie von unserer Idee begeistert sind, sondern auch ihre sonstigen Kosten selber tragen, da die Arbeitsgruppe „Runder Tisch Baum“ über das sehr übersichtliche Budget von exakt 0 € verfügt. Umso erstaunlicher ist es, dass wir bei früheren Veranstaltungen schon Referenten gewinnen konnten, die aus ferneren Teilen Deutschlands zu uns kamen. Auch haben wir Teilnehmer aus allen erdenklichen Sparten und mit den verschiedensten Erfahrungshintergründen, zunehmend auch solche mit langen Anfahrtswegen. Die Vielfalt und das positive Echo der Teilnehmer, die Begeisterung und Bereitschaft der sehr verschiedenen Referenten und die steigende Teilnehmerzahl motivieren die Arbeitsgruppe mit Freude auch den 5. Runden Tisch Baum 2018 vorzubereiten!

 

Dass wir den Saal der BVV des Bezirksamtes Pankow von Berlin unentgeltlich nutzen dürfen, womit die Basis der Kosten-und Werbefreiheit gelegt ist, war bislang der besonderen Unterstützung durch den damaligen Bezirksstadtrat und heutigen Staatssekretär Jens-Holger Kirchner zu verdanken, da er von unserer Idee begeistert war und ist. Wir hoffen nun auch auf den neuen Pankower Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn.
Ohne die Unterstützung weiterer freiwilliger, begeisterter Mitarbeiter der Berliner Grünflächenämter wäre die Veranstaltung nicht möglich.

(AG Runder Tisch Baum)

 

 

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