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Eichenprozessionsspinner verursachen Raupendermatitis

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) gibt Erste-Hilfe-Tipps für den richtigen Umgang im Fall eines Kontakts mit den Raupenhaaren


Eichenprozessionsspinner verursachen Raupendermatitis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Albrecht E. Arnold / pixelio.de

 

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner breiten sich seit einigen Jahren immer weiter aus. In Deutschland sind zahlreiche Bundesländer betroffen. Besonders während der Hauptfraßzeit von Mai bis Juni stellen die Gifthaare der Raupen für Menschen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.
Der direkte Hautkontakt mit den Gifthaaren kann zu drei unterschiedlichen Krankheitsbildern führen, die allgemein als Raupendermatitis bezeichnet werden. In etwa zwei Dritteln aller Fälle tritt eine akute Nesselsucht (Urtikaria) auf, bei rund einem Drittel kommt es zu Entzündungen der Haut. In einigen Fällen bilden sich an der Haut Knötchen (Papeln), die Juckreiz verursachen können. Neben der Raupendermatitis sind noch weitere Symptome möglich. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) gibt Erste-Hilfe-Tipps für den richtigen Umgang im Fall eines Kontakts mit den Raupenhaaren.

 

Eichen unbedingt meiden

Sie schweben in der Luft oder liegen auf dem Boden - besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs finden sich die gefährlichen Gifthaare der Raupen. Dort können sie sich über Jahre hinweg halten. Die Gifthaare bleiben auch in Raupennestern, die an Bäumen haften oder auf dem Boden liegen. Starker Juckreiz, rote Flecken und Knötchen, Schwellungen, Quaddelbildung sowie Hautentzündungen sind die häufigsten Reaktionen auf das in den Brennhaaren der Raupen enthaltene Nesselgift.

Ein Kontakt der Raupenhaare mit den Augen verursacht beim Menschen häufig eine starke Bindehautentzündung. Mögliche Reaktionen auf das Einatmen der Gifthaare sind Schwellungen im Hals- und Rachenbereich, begleitet von Husten und Atemnot bis hin zu einem Asthmaanfall.

Daneben sind auch Allgemeinsymptome wie erhöhte Temperatur, Schwindelanfälle und Krankheitsgefühl möglich. Besonders gefährdet sind Kinder und Erwachsene in Freizeitanlagen, Gärten, Schulen, Kindergärten, Schwimmbädern, Parks und Wäldern mit Eichenbestand.

Foto: Daniel Ullrich, Threedots ( Licence CC-by-sa-2.0-de)


 

ECARF - Sofortmaßnahmen

Generell sollten Raupen und ihre Nester nicht berührt werden. Schon beim Verdacht eines Gifthaarkontakts können folgende Maßnahmen helfen:
• Kleidung umgehend im Freien (!) wechseln, Schuhe nass reinigen
• Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebstreifen entfernen
• Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen
• Gründliches Duschbad mit Haarreinigung sowie Augenspülung mit Wasser
• Betroffene Gegenstände, wie das Auto, waschen, saugen, feucht reinigen
• Hunde baden
• Bei Hautreaktionen empfiehlt es sich, den Hausarzt aufsuchen.
• Bei Atemnot sofort den Rettungsdienst alarmieren.

Wer Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt, ist aufgefordert, diese umgehend zu melden, etwa beim zuständigen Gesundheits- oder Gartenbauamt.

 

 

Quelle: ECARF

 

 

 

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