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Asiatischer Laubholzbockkäfer in Winterthur

Bekämpfung des Quarantäneschädlings modellhaft für Europa

Asiatischer Laubholzbockkäfer in Winterthur
Foto: Doris Hölling (WSL)

 

(4.8.2016) Wie wir schon berichteten, hat der Europäische Baumpflegerat (EAC) Anfang Juni 2016 die Stadt Winterthur aufgrund ihrer erfolgreichen Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) als „European City of the Trees 2016“ ausgezeichnet. Die Eidg. Forschungsanstalt WSL berät diese bezüglich Käferbiologie und notwendiger Maßnahmen und war in Winterthur von Anfang an in alle Schritte involviert.

 

Aufspalten eines befallenen Astes
Mitarbeiter der Stadtgärtnerei Winterthur beim Aufspalten eines befallenen Astes. Die Fraßgänge sind deutlich im Holz zu erkennen.
Foto: Doris Hölling (WSL)
 
Fällung
Fällung der befallenen Straßenbäume in Winterhur-Neuhegi im Juli 2012. Foto: Doris Hölling (WSL)
 
Befallssichtung
Gute Zusammenarbeit: Mitarbeitende des BAFU, von Waldschutz Schweiz, der Stadtgärtnerei Winterthur, und des Kanton Zürichs bei der Befallssichtung im Juli 2012. Foto: Markus Hochstrasser
 

Fast vier Jahre ist es her, dass im Juli 2012 der gefürchtete Quarantäneschädling, dessen Verbreitung in der Schweiz verhindert werden soll, die Winterthurer Baumbestände bedrohte. Im Stadtgebiet Neuhegi waren die Bäume entlang der Sulzerallee und im Umkreis von etwa 300 Metern vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen.

 

Die damalige Stadtgärtnerei Winterthur meldete Mitte Juli 2012 dem Team Waldschutz Schweiz an der WSL einen Befallsverdacht: Mehrere Laubbäume waren offensichtlich vom ALB befallen. Die Insektenspezialisten von Waldschutz Schweiz handelten sofort und konnten vor Ort den Befall bestätigen. Zahlreiche Käfer begannen gerade auszufliegen.


Umfangreiche Sofortmaßnahmen eingeleitet


Die Stadtgärtnerei, heute ein Teil von Stadtgrün Winterthur, plante umgehend und in Absprache mit der WSL, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) der Schweiz, dem Amt für Landschaft und Natur Kanton Zürich und dem Kantonalen Pflanzenschutz die Bekämpfungsmaßnahmen und setzte sie um. Das Ziel war, den Käferbefall vollständig zu tilgen. Die betroffenen Bäume wurden zunächst durch ausgebildete Baumkletterer auf Käferbefall untersucht. Außerdem kamen speziell trainierte Spürhunde zum Einsatz. Befallene Bäume wurden den Vorschriften entsprechend gefällt und fachgerecht entsorgt. Bis heute werden in der Fokuszone alle Bäume – auch auf privaten Grundstücken – zweimal jährlich auf einen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer kontrolliert, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Baumkletterer und Spürhundeteams kontrollieren auch die Pufferzone (2 km).

 

Die Stadt Winterthur informierte die Bevölkerung vom ersten Moment an durch zahlreiche Informationsveranstaltungen, Infoblätter sowie ein Bürgertelefon und bezog auch den Zivilschutz mit ein.

 

Käferbekämpfung modellhaft für Europa

 

Die letzten Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers wurden 2013 in Winterthur entdeckt – sie stammten von Eiablagen aus dem Jahr 2012. Seitdem gilt Winterthur als befallsfrei. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und das systematische und effiziente Vorgehen stufen der Bund Schweizer Baumpfleger (BSB) und der Europäische Baumpflegerat übereinstimmend als einmalig und somit modellhaft für Europa ein. Mit der Verleihung des Titels European City of the Trees 2016 an die Stadt Winterthur wurde diese beispielhafte Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers nun gewürdigt.

(WSL)

 

Weitere Informationen

Europäische Baumpflegerat (EAC)

Bund Schweizer Baumpfleger (BSB)

Stadt Winterthur
Eidg. Forschungsanstalt f. Wald, Schnee u. Landschaft (WSL)
Bundesamt für Umwelt (BAFU)

 

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