Baum&Natur - Wald

Baumschutz  |  Bäume  |  Wald  |  Natur  |  Fundsachen

 

 

Die verschiedenen Wege zur Walderneuerung

Internationales Forscherteam analysiert Baumnachwuchs in Lateinamerika

Viehweiden mit isolierten Bäumen im Zentrum Panamas. Auf diesen verlassenen Weiden beginnen sich die tropischen Wälder zu regenerieren. Foto: Dylan Craven
Viehweiden mit isolierten Bäumen im Zentrum Panamas. Auf diesen verlassenen Weiden beginnen sich die tropischen Wälder zu regenerieren. Foto: Dylan Craven


(19.6.2019) Tropenwälder werden in alarmierender Geschwindigkeit abgeholzt, um Platz für Landwirt-

schaft und Weideland zu schaffen. Die gute Nachricht ist, dass sie auf natürliche Weise nachwachsen können, wenn die Felder verlassen werden.

 

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der → Universität Göttingen hat herausgefunden, dass ver-

schiedene Regenwaldtypen sich auf unterschiedliche Art regenerieren. Dies hat Folgen für die Wiederherstel-

lung der Wälder, die Artenvielfalt und die Ökologie. Die Ergebnisse wurden in → Nature Ecology and Evolution veröffentlicht.

 

85 Forscherinnen und Forscher aus 16 verschiedenen Ländern sammelten Originaldaten von 50 Standorten, 1400 Parzellen und mehr als 16000 Bäumen in tropischen Wäldern in ganz Lateinamerika. Die Wissenschaft-

ler verfolgten die Erholung der tropischen Wälder, um zu verstehen, wie der Prozess des Nachwachsens funktio-

niert. Sie fanden heraus, dass Baumarten, die teures und langlebiges Holz produzieren, sehr lange Bestand ha-ben können, insbesondere unter widrigen klimatischen Bedingungen. Allerdings geht diese Strategie zu Lasten des Wachstums, das reduzierter und langsamer verläuft.

 

Eine vom Menschen dominierte Landschaft im Zentrum Panamas, die das Fortschreiten der Regeneration von Wäldern von Rinderweiden (Vordergrund) zu älteren Sekundärwäldern (Hintergrund) zeigt. Foto: Nathaly Guerrero
Eine vom Menschen dominierte Landschaft im Zentrum Panamas, die das Fortschreiten der Regeneration von Wäldern von Rinderweiden (Vordergrund) zu älteren Sekundärwäldern (Hintergrund) zeigt. Foto: Nathaly Guerrero

 

Schon früh in der Regenerationsphase des Waldes sind Licht- und Wasserressourcen reichlich vorhanden, was zur Dominanz von „schnellen“ Pioniersorten mit Weichholz führt. Nehmen die Ressourcen spät ab, führt dies zur Dominanz der „langsamen“ spätnachfolgenden Arten mit Hartholz.
Diese Informationen sind entscheidend für die Verbesserung der Initiativen zur Aufforstung der Wälder und zur Auswahl der besten Arten für die Anpflanzung. „Unsere Studie zeigt, wie sich tropische Wälder auf Rinderweiden und landwirtschaftlichen Flächen regenerieren“, sagt Dr. Dylan Craven aus der Abteilung für Biodiversität, Ma-

kroökologie und Biogeographie der Universität Göttingen. Er hat die Holzdichte in Zentral-Panama gemessen. „Sie ist außerordentlich variabel, vor allem aufgrund von Klimaunterschieden. Das Verständnis, wie sich tropische Wälder in verschiedenen Kontexten regenerieren, wird für die Entwicklung effektiver Wiederaufforstungspro-

gramme für einheimische Arten und Schutzgebiete für Biodiversität und Klimaschutz in ganz Lateinamerika von wesentlicher Bedeutung sein. Hoffentlich werden ähnliche Studien aus den afrikanischen und asiatischen Tropen folgen und ähnliche Programme stärken.“
(pug)


Originalpublikation:
Lourens Poorter et al. Wet and dry tropical forests show opposite successional pathways in wood density but converge over time. Nature Ecology and Evolution. DOI: 10.1038/s41559-019-0882-6




 

Zurück zur Übersicht oder zur Startseite


 

 

 

 

 


2003 - 2019 - arboristik.de - All rights reserved