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Natur- und Klimaschutz im Wald

Göttinger Forscher untersuchen ökologische Bedeutung von Naturwäldern im „Brockenurwald“

 

Totholz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(4.3.2013) Alte und zerfallende Bäume im Wald spielen eine wichtige Rolle für Natur- und Klimaschutz. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen anhand einer Studie im „Brockenurwald“ im Harz gezeigt. Die Forscher verglichen Waldstücke mit sehr alten und absterbenden Bäumen mit jüngeren Stadien, wie sie auch in bewirtschafteten Wäldern vorkommen. Waldstadien mit alten Bäumen und Totholz wiesen eine deutlich höhere Artenvielfalt auf – nicht so sehr am Waldboden, aber durch Moose und Flechten, die auf den lebenden und toten Baumstämmen wachsen. Darüber hinaus ist in Waldstücken mit altem Bestand sehr viel mehr Kohlenstoff in der Biomasse und im Boden eingelagert – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

 

„Je mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre in der Vegetation und im Boden gebunden wird, desto stärker wirkt der Wald der vom Menschen verursachten Erwärmung der Erdatmosphäre entgegen“, erläutert Dr. Mascha Jacob von der Abteilung Pflanzenökologie und Ökosystemforschung der Universität Göttingen. Während fast alle Wälder in Mitteleuropa spätestens seit dem Mittelalter von Menschen genutzt werden, konnte sich der „Brockenurwald“ im Harz lange Zeit ungestört entwickeln. „Aufgrund seiner schwer zugänglichen Lage entging der Wald unterhalb des Brockengipfels viele Jahrhunderte der Holznutzung“, so Dr. Jacob.

 

Nach Ansicht der Wissenschaftler belegen die Ergebnisse der Untersuchungen eindeutig, wie wichtig es ist, ökonomisch wertlose alternde Bäume zu erhalten. „Die Forstämter stecken in einem Dilemma“, so Prof. Dr. Markus Hauck, der die Untersuchungen im Harz zusammen mit Dr. Jacob durchführte. „Einerseits sollen sie wirtschaftlich arbeiten und die Versorgung mit dem Rohstoff Holz sichern. Andererseits wollen sie einen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz leisten, der aber den wirtschaftlichen Ertrag reduziert. Daher ist es besonders wichtig, den Nutzen von alten und toten Bäumen ohne ökonomischen Wert wissenschaftlich zu untermauern.“ Die Studie wurde drei Jahre lang von der Stemmler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert.

 

Originalveröffentlichungen:
Mascha Jacob et al. Significance of over-mature and decaying trees for carbon stocks in a Central European natural spruce forest. Ecosystems 16:336-346. Doi: 10.1007/s10021-012-9617-0.

Sebastian Dittrich et al. Response of ground vegetation and epiphyte diversity to natural age dynamics
in a Central European mountain spruce forest. Journal of Vegetation Science 2012. Doi: 10.1111/j.1654-1103.2012.01490.x.

 

Universität Göttingen

 

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Totholz und Fichtenverjüngung im Harz

Totholz und Fichtenverjüngung im Harz.
Foto: Ausserhofer/DSZ.

 

Untersuchungsgebiet unterhalb des Brocken

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Weg in das Untersuchungsgebiet unterhalb des Brocken.
Foto: Ausserhofer/DSZ

 

 



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Totholz Auf dem Weg in das Untersuchungsgebiet