Baum&Natur - Wald

Baumschutz  |  Bäume  |  Wald  |  Natur  |  Fundsachen

 

 

Forst: Schwere Zeiten für die Eichen

Erkrankungsschub im vergangenen Sommer beschert weiteren Rückschlag

 

Der Zustand der Eiche in unseren Wäldern hat sich weiter verschlechtert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Zustand der Eiche in unseren Wäldern hat sich weiter verschlechtert. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt hervor. Danach sind im vergangenen Sommer noch einmal deutlich mehr Bäume erkrankt. Sichtbar wird das an Blattvergilbungen, Blattverlusten, dem Absterben einzelner Kronenbereiche oder ganzer Bäume. Bereits seit dem Spätsommer 2011 weisen die Eichen gebietsweise massive Erkrankungssymptome auf. Seither spricht man von einem regelrechten Eichensterben, von dem auch die niedersächsischen Wälder betroffen sind.

Lange Zeit galt die Eiche als recht widerstandsfähig gegenüber den modernen Waldschäden, doch mittlerweile gehört auch sie zu den stark geschädigten Waldbäumen. Das Eichensterben ist laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen das Ergebnis eines mehrjährigen Erkrankungsprozesses, von dem insbesondere ältere Bäume betroffen sind. Diese weisen seit einigen Jahren besonders hohe Blattverluste und eine geringere Vitalität auf. Als Folge davon werden sie anfälliger für Schädigungen durch Pilze und Insekten wie den Eichenprachtkäfer oder Eichenprozessionsspinner. Mit zunehmender Schwächung des Baumes hat die sogenannnte Eichenfraßgesellschaft günstige Bedingungen und kann den kränkelnden Baum im ungünstigen Fall abtöten.

Erschwerend hinzu kommen Witterungsextreme wie späte Winterfröste und Trockenheit im Frühjahr oder Sommer. Starker Blattfraß und nachfolgender Befall durch Mehltau, wie in den Jahren 2010 und 2012, führen dazu, dass die betroffenen Eichen nur wenige Wochen im Jahr eine intakte und leistungsfähige Belaubung ausbilden können. Als Folge davon werden weniger Reservestoffe für den Blattaustrieb im Folgejahr eingelagert und weniger Feinwurzeln gebildet, was den Wasserstress noch weiter erhöht.

Das Zusammenwirken der ungünstigen Faktoren lässt sich dabei kaum von außen beeinflussen. Als einzige Maßnahme bleibt die Bekämpfung der blattfressenden Insekten im Frühjahr. Hierfür hat die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt einen Maßnahmenplan erstellt, der eine länderübergreifende Koordination sicherstellen soll.

 

Landwirtschaftskammer Niedersachsen

(Foto: Maufi (Lizenz: CC BY-SA 3.0)


 

 

 Zurück zur Übersicht oder zur Startseite

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



2003 - 2019 - arboristik.de - All rights reserved