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Rodung des Hambacher Waldes

Der Konflikt in Hambach ist mittlerweile weit mehr als ein Streit um den Wald

 

Aktivistinnen und Aktivisten an einer Abbruchkante im Tagebau Hambach
Aktivistinnen und Aktivisten an einer Abbruchkante im Tagebau Hambach (2017).
Foto: Leonhard Lenz / Wikimedia Commons / CC0 1.0

 

(30.9.2018) Das aktuelle Vorgehen von RWE am Hambacher Wald verschärft den politischen Konflikt und eskaliert die Lage vor Ort. Laut des Landesverband NRW des BUND handelt RWE nicht nur gesellschaft-

lich unverantwortlich, sondern will eine klar rechtswidrige Rodung des Hambacher Waldes betreiben. Grundsätzlich: RWE hat bis heute keine bestandskräftige Genehmigung für die Rodung des Hambacher Waldes. RWE darf auch nicht ab 1. Oktober roden. Ein Grund ist die anhängige Klage des BUND.

 

Wegen dieser Klage hatte sich der Konzern nach gerichtlicher Aufforderung verpflichtet, bis Mitte Oktober Rodungen zu unterlassen. Der Vorsitzenden des → BUND Landesverband NRW Holger Sticht: „In Wahrheit wird schon bei der jetzigen Räumung gerodet. RWE unterstützt aktiv diese Fäll- und Räumarbeiten im Wald mit schwerem Gerät und Personal. Wir fordern RWE und die zuständigen Behörden auf, diese drastischen Eingriffe sofort einzustellen. Das ist nicht nur politisch geboten, es ist auch rechtlich erforderlich.“

 

Warum ist der Hambacher Wald so wertvoll?

 

Hambacher Wald
Hambacher Wald im Mairegen, Stieleichen, Hainbuchen.
Foto: Caroline Dormans / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
 
Baumhäuser
Baumhäuser der Aktivisten, die sich gegen die Zerstörung des Hambacher Forsts einsetzen.
Foto: MaricaVitt / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Hambacher Wald, auch Bürgewald oder Die Bür-

ge genannt, ist uralt. Er konnte sich seit der Wieder-

bewaldung nach der letzten Eiszeit ununterbrochen entwickeln. Der Wald ist von immenser Bedeutung für viele seltene Tiere wie den Mittelspecht, den Spring-

frosch, die Bechsteinfledermaus oder die Haselmaus. Von dem in den 1970er Jahren noch mehr als 4.000 Hektar großen Wald sind durch den Braunkohle-

tagebau jedoch heute nur noch etwa 550 Hektar vorhanden.

Nach Einschätzung des BUND Nordrhein-Westfalen könnte RWE im Tagebau Hambach noch mindestens zwei bis drei Jahre Kohle fördern, ohne neue Wald-

flächen zu roden. Das heißt, die Kraftwerke stehen ohne die Rodungen keineswegs still.


Auch der → Bund Deutscher Forstleute (BDF) zeigt wenig Verständnis für die geplante Rodung des Ham-

bacher Forst. Während überall im Land als Boten des Klimawandels der Wald verdorrt, Bäume brennen und der Borkenkäfer ganze Bestände zum Absterben bringt, wird in Hambach für ein „Weiter so“ gearbeitet. Die braune Kohle ist ein Klimakiller schlechthin. Der Abbau verändert ganze Landschaften. RWE schafft gemeinsam mit der Landesregierung in NRW Tatsa-

chen, während in Berlin eine Kohlekommission tagt, die den Ausstieg verhandeln soll. Es ist völlig unklar, ob die Kohle unter Hambach überhaupt gebraucht wird. Der Konflikt in Hambach ist mittlerweile weit mehr als ein Streit um den Wald.

 

Weitgehend unbeachtet: Wälder fallen für Windräder


Junge und alte Umweltschützer riskieren in diesen Tagen sogar ihre Gesundheit, um den Hambacher Wald vor der Rodung zu retten. Wie der → WDR berichtete fielen nicht weit von Hambach entfernt, weitgehend unbeachtet von einer größeren Öffentlichkeit, bereits tausende Bäume - für Strom aus Windkraft. Im Aachener Münsterwald wurden fußballfeldgroße Flächen gerodet, sieben nahezu 200 Meter hohe Windräder wollen die Aachener Stadtwerke dort errichten. Dabei lebten auch dort bedrohte und geschützte Tiere: Schwarzstorch, Rotmilan, Gelbbauchkröte.
(kes)



 

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