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Der Wald hat keine Feuermelder

Ungewohnte Hitzewelle steigert Brandgefahr

 

Feuermelder, im Hintergrund aufsteigender Rauch eines Brandherdes
Foto: pixabay / CC0 1.0

 

(26.7.2018) Seit Anfang Mai diesen Jahres gibt es in den meisten Regionen im Nordwesten kaum Nieder-

schläge und anhaltenden Sonnenschein mit hohen Temperaturen. Vielerorts sind die Wasserreserven aus dem Frühjahr aufgebraucht, so dass die Bodenvegetation im Wald, aber auch an Wegerändern und Straßenböschungen trocken wird und damit für die Entstehung eines Feuers aus Unachtsamkeit höchste Gefahr besteht.

 

„Zunehmend rufen uns besorgte Bürger an, die in dieser aktuellen Situation noch rauchende Mitbürger im Wald antreffen“, so Eckhart Janßen vom Forstamt Neuenburg (Niedersachsen). Örtliche Schauer oder gelegentliche Regenfälle reichen für eine Entspannung der Situation nicht mehr aus. Den Waldbesuchern kommt damit eine besonders hohe Eigenverantwortung zu.

 

Den jungen Bäumen, die die Landesforsten im vergangenen Herbst und im Frühjahr gepflanzt haben – in Summe fast vier Millionen Pflanzen – fehlt es an Feuchtigkeit. „Die Wurzeln der jungen Bäume reichen noch nicht sehr tief – und anders als in der Landwirtschaft können wir im Wald nicht bewässern.“ erklärt Klaus Jänich, Vizepräsident der Landesforsten.

 

Von den hohen Temperaturen und der trockenen Witterung profitieren aber die Borkenkäfer, die die Landesforsten vor allem in Südniedersachsen vor große Herausforderungen stellen: Nach dem Orkan Friederike im Januar finden die Borkenkäfer in den zahlreich umgestürzten Fichten noch viel Brutmaterial, in dem sie sich massenhaft vermehren können. Befallen sie stehende Fichten, müssen auch diese schnell entnommen werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

 

„Im letzten Jahr um diese Zeit beschäftigten uns die Folgen der Starkregenereignisse, die zahlreiche Waldwege weggespült hatten und für Überschwemmungen sorgten. Jetzt wünschen wir uns dringend etwas Regen, um die Situation zu entspannen.“, erinnert Jänich an die letztjährigen Wetterkapriolen, die den prognostizierten Klimawandel zu bestätigen scheinen.

 

Die Niedersächsischen Landesforsten weisen darauf hin, dass es in der aktuellen Situation mehr als fahrlässig ist, in den Wäldern zu rauchen oder anders mit offenem Feuer zu hantieren. Auch sollten Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abgestellt werden, da dieses schnell in Brand geraten kann. Auch die aus dem Auto geworfene Zigarettenkippe kann zu Böschungsbränden führen, die sich in den Wald ausbreiten können. Etwaige Brände sind unverzüglich über den Notruf 112 zu melden.
(NDLF)


 

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