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10 Jahre nach Sturm Kyrill

Naturnahe Mischwälder bilden neue Waldgeneration

 

10 Jahre nach Sturm Kyrill
Foto: Niedersächsische Landesforsten

 

 

(26.1.2017) Vor zehn Jahren, am 18. Januar 2007, erreichte der Sturm Mitteleuropa. Der Deutsche Wetterdienst bezeichnete den Orkan als den Stärksten seit „Lothar“ im Dezember 1999. Die Sturmböen erreichten damals Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h. In der Nacht auf den 19. Januar wurden im niedersächsischen Landeswald über 1,4 Millionen Kubikmeter Sturmholz geworfen.

 

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Kahlfläche nach dem Sturm im Solling. Revierförsterei Schießhaus im Forstamt Neuhaus. Foto: Niedersächsische Landesforsten
 
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Eine der größten Schadensfläche im Solling.
Foto: Niedersächsische Landesforsten
 
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Wiederaufforstung.
Foto: Niedersächsische Landesforsten

Der Orkan veränderte ganze Landschaften und zerstörte vielerorts die gewohnten Silhouetten der Wälder. Es entstanden in den Landesforsten rund 4 000 Hektar schwer geschädigte Waldflächen, hiervon mussten 2 000 Hektar in den folgenden Jahren neu aufgeforstet werden.

 

„Aber aus der Katastrophe erwuchs auch eine Chance. Eine neue und stabilere Waldgeneration konnten die Försterinnen und Förster der Landesforsten auf den Sturmflächen aufbauen. Mit standortangepassten Baumarten, wie Eichen, Buchen, Lärchen oder Douglasien sind stabile, zukunftssichere und ökologisch wertvolle Mischwälder entstanden. Wir konnten die Wunden, die Kyrill im Wald hinterlassen hatte, bereits zwei Jahre später wieder schließen“, resümiert Dr. Klaus Merker, Präsident der Landesforsten, das damalige Großereignis.

Die Schwerpunkte lagen vor allem im Bergland (Harz, Solling, Teutoburger Wald) also im Süden und Westen Niedersachsens. Heute wachsen dort junge Laub- und Nadelmischwälder nach dem Leitbild der langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE).

 

Hintergrundinformationen:

Bereits seit über 25 Jahre bewirtschaften die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) hre Wälder nach dem LÖWE – Prinzip. LÖWE steht für Langfristige Ökologische Waldentwicklung. Mit 13 Grundsätzen pflegen die NLF die Natur mit ihren eigenen Kräften. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der ökologischen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist die Kontinuität des Waldgefüges und die Entwicklung von strukturreichen Laub – und Mischwäldern. Orkanen mit Windgeschwindigkeiten über 150 km/h sind alle Wälder schutzlos ausgeliefert, selbst mehrhundertjährige Eichen können wie Streichhölzer abgedreht werden. Mischwälder mit tiefwurzelnden Baumarten wie Eichen, Buchen, Douglasien oder auch Lärchen können Stürmen mit geringeren Windgeschwindigkeiten trotzen. Durch die Förderung von Mischwäldern und dem konsequenten Umbau von gleichaltrigen Fichtenreinbeständen stabilisieren wir kontinuierlich unsere Wälder, jedoch benötigt dieser Waldumbau lange Zeiträume. Mittlerweile verfügen die NLF über einen Notfallplan für Sturmereignisse, der sämtliche Maßnahmen vor, während und nach solch einem Naturereignis aufführt, Lösungen beinhaltet und ständig ergänzt und aktualisiert wird. Eins ist sicher, die zeitlichen Abstände zwischen schweren Stürmen werden immer kürzer und somit lässt der nächste Orkan sicher nicht lange auf sich warten. Die NLF sehen sich betrieblich für solch ein Ereignis gut vorbereitet.
(NLF)



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