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Die Ozonwerte sinken...

...aber die Belastung der Wälder bleibt hoch


Blätter des Wolligen Schneeballs (Viburnum lantana) mit Ozonsymptomen
Blätter des Wolligen Schneeballs (Viburnum lantana) mit Ozonsymptomen. Foto: Marcus Schaub, WSL

 


(19.12.2018) Noch immer ist die Ozonbelastung der Wälder in Europa zu hoch. Ozon kann sich auch in abgelegenen Regionen bilden, weil die für seine Bildung verantwortlichen Luftschadstoffe über lange Strecken transportiert werden. Die gute Nachricht ist, dass die Ozonwerte europaweit langsam, aber stetig abnehmen. Waldforschende der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL berichten über die neusten Trends.

 

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Sichtbare Ozonschäden auf einem Feldahorn-Blatt. Die dunklen Punkte sind kollabierte Zellen, deren Zellwände durch Ozon oxidiert worden sind. Foto: Marcus Schaub, WSL

ICP Forests ist ein europaweites Netzwerk von Wald-

standorten, auf dem die Einflüsse von Luftschadstoffen auf Bäume untersucht werden. Wissenschaftler messen die Ozonwerte seit dem Jahr 2000 auf 233 Forschungs-

flächen in 18 Ländern und haben eine geringe, aber statistisch zuverlässige Abnahme der Durchschnitts-

werte im Sommer beobachtet. Die Südschweiz gehört hierbei allerdings weiterhin zu den Regionen mit den höchsten Ozonwerten Europas; Gebiete in Nordeuropa sind weniger stark betroffen.

Der aggressive Luftschadstoff verursacht auf vielen Standorten des ICP Forests-Messnetzes sichtbare Schäden an Blättern und Nadeln. Diese variieren je nach Baumart und wie gut die Bäume mit Wasser, Licht und Nährstoffen versorgt sind. Die Ozonschäden können das Wachstum und den Wasserhaushalt der Bäume beinträchtigen und tragen dazu bei, dass Wälder und ihre wichtigen Leistungen gefährdet sind: Wälder sorgen für reinere Luft, sauberes Grundwasser, produzieren Bau- und Energieholz, schützen vor Naturgefahren und erhalten die Biodiversität.

 

WSL-Forscher fassen diese Resultate im ICP Forests Brief Nr. 3 zusammen.
Ihre wichtigsten Botschaften sind:

- Ozon ist ein gasförmiger Luftschadstoff, der Schäden an Pflanzen verursachen kann. Er entsteht
auch in äußerst abgelegenen Gebieten.


• Trotz eines deutlichen Rückgangs liegen die Ozonwerte an den Standorten von ICP Forests immer
noch über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert, der für den Schutz von Bäumen vor Schäden gilt.

• Ozon-induzierte Blattsymptome traten bei den verschiedensten Gehölzpflanzen in ganz Europa auf.

• Weitere Studien zur langfristigen Beobachtung und Überwachung der Wälder sind erforderlich,
um unterschiedliche Ozon-Konzentrationen und ihre Auswirkungen auf das Waldwachstum besser
beziffern zu können.


Hintergrund
Das ICP Forests (International Co-operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests) ist ein europäisches Netzwerk für die langfristige Erforschung der Schadstoffbelastung von Wäldern. Es findet im Rahmen des UN-Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP) statt. ICP Forests wurde 1985 gegründet und überwacht den Zustand der Wälder auf ca. 6’000 Langzeit-Beobachtungsflächen (Level I) und 800 Forschungsflächen (Level II) in 42 Ländern innerhalb der UNECE.

(Reinhard Lässig → WSL)


Originalpublikation:
Ozone concentrations are decreasing but exposure remains high in European forests.
ICP Forests Brief No 3 (pdf, ca.10,4 MB)



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