Baum&Natur - Wald

Baumschutz  |  Bäume  |  Wald  |  Natur  |  Fundsachen

 

 

Natur- und Artenschutz kommen unter die (Wind-)Räder

Moratorium des Windkraftausbaus im Wald gefordert

 

Rodung


(18.4.2015) Ohne Rücksicht auf den Natur- und Artenschutz findet in Deutschland derzeit ein Rekordneubau von Windenergieanlagen statt. „Wertvolle Waldflächen werden gerodet, bevor Widersprüche oder anhängige Klagen gegen Baugenehmigungsverfahren geklärt sind. So werden Fakten für die Anlagen geschaffen und Lebensräume gefährdeter Vogel- und Fledermausarten zerstört“, kritisiert Dr. Jochen Bellebaum von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Die Dimensionen sind historisch: Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.750 Megawatt wurden im vergangenen Jahr zusätzlich zu den schon stehenden gebaut. „Das ist eine deutliche Überschreitung des gesetzlichen Ausbauziels von bis zu 2.600 Megawatt“, sagt Dr. Bellebaum. Ungeachtet des Rekordzuwachses an Windenergieleistung werden weiter wertvolle Waldflächen für neue Windparks gerodet.
„Die Liste der Abholzungen wird immer länger“, sagt Bellebaum. „So wurden im Harthäuser Wald, einem bedeutenden Laubwaldgebiet in Baden-Württemberg, vor Ende der Einspruchsfrist 150-jährige Bäume gefällt, obwohl in diesem wichtigen Wildtierlebensraum 17 Fledermausarten leben - darunter die stark gefährdeten Bechstein- und Mopsfledermäuse.“

Bei Rodungsarbeiten in Pamsendorf in der Oberpfalz (Bayern) wurden Horste freigelegt, die möglicherweise von seltenen Greifvögeln oder Schwarzstörchen stammen, obwohl gegen den Windpark Klagen des Bayerischen Jagdverbandes und einer Nachbargemeinde laufen. Auch bei Kleinmünster in Bayern wird schon gerodet, obwohl auch hier Klageverfahren laufen. Der Wald ist Lebensraum des seltenen Uhus und von sechs Fledermausarten.


Um dem Abholzen Einhalt zu gebieten, fordert der Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Prof. Fritz Vahrenholt, ein Moratorium für den Bau von Windenergieanlagen im Wald. „Es bleibt zu hoffen, dass Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks sich des Themas Windkraft auch mit Blick auf den deutschen Wald annimmt.“ Leider hat Fritz Vahrenholt den Eindruck, dass die Zerstörung des Waldes keine Rolle spielt, wenn es um die Errichtung von Windenergieanlagen geht.
(DeWiSt)


Alle Fotos: Horst Jürgen Schunk, Coburg


 

 Zurück zur Übersicht oder zur Startseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Waldzerstörung am Beispiel des Waldgebiets "Bausenberg" bei Coburg in Oberfranken.
Kahlschlag

Für den Bau einer neuen Stromtrasse musste im März 2015. ein Kahlschlag in das Waldgebiet "Bausenberg" (Oberfranken) gehauen werden.
Foto:Horst Jürgen Schunk

 

Waldrodungen

Es war nicht der erste starke Eingriff in diesem Waldgebiet, bereits die Verkehrstrassen A 73 und ICE-Neubaustrecke verschlangen große Waldflächen.
Foto: Horst Jürgen Schunk


Stromtrasse Rodungen

 

 

 


2003 - 2019- arboristik.de - All rights reserved