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Starke Zunahme des Borkenkäferbefalls in der Schweiz

Käferholzmenge hat sich 2018 mehr als verdoppelt


Buchdrucker (Ips typographus), noch nicht ausgefärbter Jungkäfer unter der Rinde. Foto: Foto: James K. Lindsey / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5
Buchdrucker (Ips typographus), noch nicht ausgefärbter Jungkäfer unter der Rinde.
Foto: James K. Lindsey / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5


(14.2.2019) Der Borkenkäfer setzt seinen Vormarsch fort. Mit 735.000 m3 vom Buchdrucker (Ips typogra-

phus) befallenem Fichtenholz war die Holzmenge 2018 in der Schweiz landesweit mehr als doppelt so groß wie im Vorjahr und erreichte damit den höchsten Stand seit 2006. Dies ergab eine Umfrage der Eidg. Forschungsanstalt WSL in allen Forstrevieren der Schweiz.


Borkenkäferbefall
Eine von Borkenkäfern befallene Fichtengruppe in Unter-stammheim, Kanton Zürich (September 2018).
Foto: Beat Wermelinger/WSL

In allen Kantonen auf der Alpennordseite nahm die Menge des Käferholzes bis Ende 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Die Werte variierten jedoch stark zwischen den Regionen, wie die Borkenkäfer-Umfrage von „Waldschutz Schweiz“ an der Eidg. Forschungsanstalt WSL zeigt. Die Käfer profitierten vom ausreichend zur Verfügung stehenden Brutmate-

rial: durch Sturm und Trockenheit geschwächte Fich-

ten. Im Winter 2017/18 hatten mehrere Stürme auf der Alpennordseite zehntausende von Bäumen umgewor-

fen oder gebrochen, im Frühling stieg dann die Tem-

peratur markant an und im Sommer sorgten schließ-

lich die anhaltende Regenarmut und Hitze für extrem trockene Verhältnisse. Diese Kombination machte zahlreiche Fichten anfällig für Borkenkäfer und bot diesen Nahrung und Lebensraum im Überfluss. Dank der hohen Temperaturen konnte der Buchdrucker in den Tieflagen statt der üblichen zwei sogar drei Generationen anlegen. Die überwinternde Käferpopulation ist dadurch größer als in früheren Jahren.

 

Grafik
Buchdrucker (Ips typographus): Menge des Käferholzes und Anzahl neu befallener Fichtengruppen (Befallsherde) in der Schweiz von 1998 – 2018. Quelle: WSL

 

Besonders aus dem Mittelland, dem Jura und der Ostschweiz meldeten die Forstdienste eine starke Zunahme der Käferholzmengen. Im Extremfall stieg die befallene Holzmenge im Vergleich zum Vorjahr bis um das Zwölf-

fache an. Im Gegensatz dazu blieb der Käferbefall in den Alpen und in der Südschweiz nahezu konstant oder nahm in einzelnen Regionen sogar leicht ab. Die Zahl neu befallener Fichtengruppen (Befallsherde) verdoppelte sich nahezu im Vergleich zum Vorjahr in der Schweiz landesweit von 4.600 auf 9.100.


Ausblick

Sollte das Jahr 2019 erneut sehr warm und trocken werden, dürfte die Befallssituation durch den Buchdrucker kritisch bleiben. Auch ohne neue Extremereignisse wie Stürme oder Trockenperioden befinden sich in den Waldbeständen weiterhin zahlreiche geschwächte, bruttaugliche Fichten aus dem Vorjahr(1). Die Situation dürfte sich nur langsam beruhigen. Dementsprechend ist dem Monitoring und der Bekämpfung des Buchdruckers auch 2019 die nötige Beachtung zu schenken. Vor allem Waldbestände, in denen schon 2018 zahlreiche stehende Fichten von Borkenkäfern befallen wurden, sollten ab April regelmäßig beobachtet werden. Dies betrifft vor allem von Sturm heimgesuchte Gebiete, der Sonne ausgesetzte kritische Waldränder und im Vorjahr von Käfern befallene Fichtengruppen.


Um weiterem Borkenkäferbefall vorzubeugen, empfiehlt die WSL, neu befallene Fichten rechtzeitig, also bevor die nächste Käfergeneration ausfliegt, zu fällen und aus dem Wald abzuführen oder zu entrinden.
(WSL)

 

(1)Entgegen der landläufigen Meinung, dass liegen gelassenes totes Holz den Borkenkäfer fördert, gedeihen die Käfer nur auf frisch abgestorbenen Fichten, und dies in der Regel nur im ersten Jahr nach deren Tod.


Weiterführende Informationen

Eidg. Forschungsanstalt WSL

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