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Kühlender Schatten

Wälder schützen Pflanzen und Tiere vor Klimaerwärmung


Kühlender Schatten-Wälder schützen Pflanzen und Tiere vor Klimaerwärmung
Foto: Pixabay / Pixabay Lizenz



(8.4.2019) Das Blätterdach der Wälder funktioniert wie eine Isolationsschicht. Dies schützt die darunter lebenden Organismen vor den Auswirkungen der Klimaerwärmung, wies eine internationale Studie mit Beteiligung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL nach.

 

Die kühle Frische an heissen Sommertagen beim Spazieren im Wald ist nicht nur ein subjektiver Eindruck. Forschende aus Europa und den USA haben erstmals den Temperaturunterschied innerhalb und außerhalb von Wäldern mit handfesten Messungen belegt. Die Daten zeigen, dass die maximale Temperatur in Wäldern weltweit im Durchschnitt 4 Grad tiefer liegt als außerhalb der Wälder.

 

Um 4 Grad tiefere Temperaturen

 

Feldaufnahmen auf der LWF-Fläche
Feldaufnahmen auf der LWF-Fläche im Alptal (OW). Jede Fläche besitzt eine identische Wetterstation außerhalb des Waldes. Foto: Mallaun Photography

„Bäume bilden mit ihren Blättern und Ästen eine wärme-

dämmende Schicht über dem Wald“, erklärt Florian Zellweger von der WSL in Birmensdorf. „Deshalb sind die sommerlichen Höchsttemperaturen im Wald viel niedriger als im Freien – im Schnitt 4 Grad. Im Winter und in der Nacht kehrt sich dieses Muster um und die Waldtemperaturen sind im Durchschnitt um 1 Grad wärmer.“

Das Blätterdach mildert also sommerliche Hitzewellen deutlich ab. „Pflanzen und Tiere im Wald sind dem aktuellen Erwärmungstrend daher weniger stark ausgesetzt als Arten, die nicht im Wald leben“, sagt Zellweger. „Da Wälder ein Viertel der Erdoberfläche bedecken und zwei Drittel der gesamten Biodiversität beherbergen, macht dies einen großen Unterschied bei Vorhersagen darüber, wie sich der Klimawandel auf die Naturvielfalt auswirken wird.“

 

Die Messungen stammen von 98 Standorten auf fünf Kontinenten – in den Tropen, in der gemäßigten Zone und in den nördlichen borealen Wäldern. In der Schweiz griffen die Wissenschaftler auf die Daten der von der WSL durchgeführten →Langfristigen Waldökologie-

forschung (LWF) zurück. Diese sammelt schon seit den 1990er Jahren auf insgesamt 19 Forschungsflächen in der ganzen Schweiz detaillierte Daten über die Umwelteinflüsse auf Wälder.

 

Wälder als Puffer

 

Erstmals zeigen die Forscher auch, dass mit steigenden Temperaturen auch die Pufferkapazität der globalen Wälder steigt: Die maximalen Lufttemperaturen im Wald werden wahrscheinlich geringer ausfallen als bisher angenommen. „Auch wenn die Temperaturen ausserhalb der Wälder weiter ansteigen, folgen die Temperaturen innerhalb der Wälder nicht unbedingt diesem Trend“, sagt Zellweger. Die Temperaturen im Wald und im Freien klaffen dann weiter auseinander. Diese Pufferwirkung betone die Notwendigkeit, bestehende Wälder zu erhalten und die Wiederaufforstung zu verstärken, erklärt der Wissenschaftler.
(WSL)



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