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Zapfenernte - für die Wälder von morgen

Saatgut für rund drei Millionen Jungbäume die jährlich gepflanzt werden

 

Zirbenzapfen: Foto: ÖBf-Archiv/W. Simlinger


(3.12.2015) Mit einem außergewöhnlichen Ernte-Einsatz sorgten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) dieser Tage in ihren Wäldern für die nächste Wald-Generation vor: In Handarbeit sammeln ÖBf-MitarbeiterInnen österreichweit mehr als 15 Tonnen Fichten-, Tannen- und Zirbenzapfen sowie Samen von Bergahorn oder der seltenen Elsbeere. Eigens ausgebildete Baumsteiger erklimmen dabei Bäume in luftige Höhen bis zu 30 Meter und pflücken in den Wipfeln der Samenbäume die reifen Zapfen.


Zapfenernte
Fichtenzapfenernte in luftigen Baumhöhen. Foto: ÖBf-Archiv/W. Simlinger
Baumkletterer
Abseilen nach der Zapfenernte.
Foto: ÖBf-Archiv/W. Simlinger
Fichtenzapfen
Geerntete Fichtenzapfen.
Foto: ÖBf-Archiv/W. Simlinger
Zirbenzapfen
Erntereife Zirbenzapfen.
Foto: ÖBf-Archiv/W. Simlinger
Samenlager
Gelagerte Baumsamen in der Klenge Arndorf (Niederösterreich). Foto: ÖBf-Archiv/G. Kargl

Baumsamen aus den eigenen Wäldern bilden für uns die Basis einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung“, erklärt Rudolf Freidhager, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Bundesforste. „Daraus gewinnen wir das Saatgut für die rund drei Millionen Jungbäume, die wir - gezogen aus eigenen Samen – jedes Jahr in ganz Österreich setzen.“ 2015 gilt als so genanntes Mastjahr für Fichte, Tanne und Zirbe. Nur alle fünf bis zehn Jahre bilden die Bäume mit hohem Energieeinsatz besonders viele Baumfrüchte und Baumsamen aus. Von den Anstrengungen müssen sie sich in den kommenden „Normaljahren“ wieder erholen.

 

Jungbäume aus der Region für die Region
Wo Jungbäume nicht von selbst ausreichend nachwachsen können, helfen die Bundesforste mit gezielten Aufforstungen nach. „Bei Aufforstungen sind vor allem die regionale Herkunft und die Qualität der Baumsamen erfolgsentscheidend“, weiß Freidhager. Eine in Tirol gewachsene Fichte unterscheidet sich maßgeblich von einer im Wienerwald oder im Waldviertel. Die Vegetation hat sich über Jahrhunderte an die klimatischen Bedingungen vor Ort angepasst. Freidhager verdeutlicht: „Der genetische Code schreibt einer Fichte aus wärmeren, tieferen Lagen etwa einen früheren Austriebs-Zeitpunkt als jener im Gebirge vor. Somit könnte ein Jungbaum aus dem Waldviertel im Tiroler Gebirge schwer bis gar nicht überleben.“

 

Österreichweite Zapfenernte in Handarbeit
Für die Samenernte werden ausgewählte Waldgebiete in Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark nach Höhenlage, Niederschlagsmenge oder Temperaturverlauf in unterschiedliche Erntezonen eingeteilt. Geerntet werden die Baumfrüchte einzeln in Handarbeit an liegenden und stehenden Bäumen in Wäldern hinauf bis zur Baumgrenze. Bis zu 30 Meter hohe Fichten, Tannen und Zirben erklimmen die Baumsteiger der Bundesforste, um das wertvolle Genmaterial zu gewinnen. Pro Tag werden so rund 400 kg Zapfen in den Baumwipfeln gesammelt. Als „Samenspender“ dienen jene Bäume, die sich am besten an die Lebensbedingungen vor Ort angepasst haben.

 

Samenklänge aus der Klenge
Die gewonnen Baumfrüchte werden in der Bundesforste-eigenen Klenge in Arndorf (NÖ), einer forstlichen Einrichtung zur Saatgutgewinnung, gesammelt. In dieser Anlage wird das Saatgut der verschiedenen Baumarten von den Zapfen oder Früchten getrennt und aufbereitet. Bei guten Bedingungen bleiben manche Baumsamen bis zu 20 Jahre lang lagerfähig. Der Name "Klenge" stammt vom Wort Klang, jenem Geräusch, das entsteht, wenn durch Wärmezufuhr die Schuppen von Zapfen aufspringen und die Samenkörner freigeben. In der Klenge der Bundesforste wird Saatgut von 20 verschiedenen Laub- und Nadelhölzern aufbereitet. Es bildet die Basis für rund drei Millionen Jungbäume, die die Bundesforste jedes Jahr – angepasst an den jeweiligen Standort – in ihren Wäldern wieder auspflanzen.
(ÖBf )

 

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