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Den Garten für den Winter fit machen

Schutz vor Sonne verhindert Frostschäden

Den Garten für den Winter fit machen
Foto: pixabay.com / CC0 1.0

 

(9.11.2015) Es klingt paradox, doch wer seine Gehölze im Garten vor Frost schützen will, muss dafür sorgen, dass sie tagsüber nicht zu stark von der Sonne erwärmt werden. Die Ursache ist in der Physiologie der Pflanzen zu finden. „Im Gegensatz zu Menschen und Tieren, die eine bestimmte Körpertemperatur aufrecht erhalten müssen, vertragen winterharte Pflanzen problemlos längere Frostperioden, indem sie ihren Stoffwechsel auf ein Minimum herunterfahren", erklärt Michael Koop, Inhaber der HILS-KOOP GartenBaumschule & Floristik

Frostfest
Frostschäden erleiden winterharte Pflanzen durch starke Temperaturschwankungen. Mit einer Mulchschicht kann man den Wurzelbereich vor Sonneneinstrahlung und Erwärmung schützen.
Foto: BdB

undMitglied im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. „An sonnigen Wintertagen können die Temperaturen im Vergleich zur Nacht jedoch so stark ansteigen, dass die Pflanzen zu früh angeregt werden, den Stoffwechsel wieder anzukurbeln. Folgt dann eine Nacht mit Minusgraden, kann es zu Frostschäden kommen." Der Spezialist für Gehölze empfiehlt daher, insbesondere den Wurzelbereich vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Mit einer Mulchschicht zum Beispiel aus Herbstlaub isoliert man den Boden und vermindert dessen Erwärmung.

 

Winterschutz für Kübelpflanzen

Ähnlich ist es bei frostempfindlichen Kübelpflanzen. Am besten stellt man sie in ein Winterquartier, das weder zu kalt noch zu warm ist: in einen kühlen und trockenen Kellerraum, Wintergarten, in ein Gewächshaus, Treppenhaus oder in die Garage. Wenn sie hier kaum Tageslicht bekommen, ist das nicht schlimm, da den Gehölzen nur wenig Lichtenergie während der winterlichen Ruhephase nicht schadet. Ab dem beginnenden Frühling können sie dann langsam wieder an einem Standort im Freien gewöhnt werden. „In Baumschulen werden viele Bäume und Sträucher in sogenannten Containern, also in Pflanzgefäßen kultiviert.", erklärt Koop „Indem wir sie dicht zusammenstellen, wird das Abdecken zum Schutz vor zu großen Temperaturunterschieden erleichtert." Die Methoden der Profis lassen sich auch im heimischen Garten umsetzen. Viele Kübelpflanzen überstehen Temperaturen um den Gefrierpunkt ohne Probleme, solange man sie an eine schattenspendende Hauswand oder unter ein Dach stellt. Zusätzlich kann man die Wurzeln mit Mulch, Tannenzweigen oder Kokosmatten schützen. Der Fachhandel bietet zudem ein breites Sortiment an Winterschutzvlies und anderen Materialien, mit denen man Töpfe und Pflanzen „verpacken" kann. Damit sollen die Pflanzen jedoch nicht warmgehalten werden, sondern vor starken Kälte-Wärme-Schwankungen geschützt werden. Zuvor sollte man kranke und beschädigte Pflanzenteile entfernen, um Schädlingsbefall vorzubeugen.

 

Kübelpflanzen
Die Methoden der Profis lassen sich auch im eigenen Garten umsetzen. Dicht zusammengestellt lassen sich Kübelpflanzen besser vor Erwärmung schützen.
Foto: BdB

Frostfeste Gehölze

Mediterrane Bäume und Sträucher, die nicht an die kalten Nächte unserer Klimazone angepasst sind, sollten stets im Kübel in Innenräumen überwintert werden. Sie können aufgrund ihrer Eigenschaften nicht an niedrige Temperaturen gewöhnt oder gar abgehärtet werden. Wer keinen geeigneten Platz zur Verfügung hat, kann die frostempfindlichen Gehölze auch in professionelle Hände geben - denn viele Baumschulen bieten einen Überwinterungsservice an. Die exotische Ausstrahlung, die farbenfrohen Blüten und Früchte belohnen im nächsten Jahr die zusätzlichen Winterschutzmaßnahmen. Darüber hinaus bieten Baumschulen aber auch ein großes Sortiment frostfester Gehölze an. Hier beschränkt sich die Winterpflege meist darauf, bei starkem Schneefall Äste, die unter dem Gewicht abzubrechen drohen, von dieser Last zu befreien. Insgesamt bietet der Herbst Gelegenheit, den Garten zu erneuern. Die Pflanzzeit reicht noch bis zum Frost und so lässt sich der Winterschutz gleich mit den Vorbereitungen auf die nächste Gartensaison verbinden.

 

Ruhephase: Bitte nicht stören!

„Jetzt im Herbst fragen uns viele Kunden, wie sie ihren Garten fit für den Winter machen", erzählt Michael Koop. „Am wichtigsten ist es zu verstehen, dass sich die Pflanzen in den kalten Monaten in einer Ruhephase befinden, in der sie nicht gestört werden sollten. Gehölze brauchen in dieser Zeit nicht viel." Worauf die Pflanzen im Winter allerdings nicht verzichten können ist Wasser. Es empfiehlt sich daher, Kübelpflanzen, die nicht vom Regen versorgt werden, sparsam aber regelmäßig zu wässern. Weitere nützliche Tipps, Gehölze und Baumschulen vor Ort sind unter → www.gruen-ist-leben.de zu finden.

(BdB)


 

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