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Schlauer Vogel, starker Baum

Wie Vögel und Bäume zusammenarbeiten: Kleiber und Eibe

Kleiber

 

(20.11.2015) Ab Ende Dezember ist in Wäldern und Parks wieder das charakteristische „wi wi wi“ des Kleibers zu hören. Viele Besonderheiten zeichnen den Vogel des Jahres 2006 aus. Aber keiner würde wohl den knapp 15 cm kleinen und 20 Gramm leichten Vogel mit der Superwaffe des Mittelalters in Verbindung bringen.
Dabei ist es der Kleiber, der schon immer aktiv dazu beigetragen hat, den Rohstoff für deren Herstellung bereitzustellen: Eibenholz. Denn der englische Langbogen, dessen Pfeile bei der berühmten Schlacht von Azincourt 1415 mit rund 180 km/h verschossen wurden, bestand komplett aus dem Holz des Nadelbaums mit den roten Beeren. Die Eibensamen sind einer der Leibspeisen des Kleibers. Durch seine Nahrungssuche und Vorratshaltung sorgt der Kleiber seit jeher aktiv für die Verbreitung des für die meisten Tierarten giftigen Nadelbaums.

 

Maßgeblich an der Verbreitung der Europäischen Eibe beteiligt

 

Bei Vogelarten, die die Europäische Eibe als Nahrungspflanze nutzen, wird zwischen Samenverbreitern, die nur an dem süßen Arillus interessiert sind und den Samen wieder ausscheiden, sowie Samenfressern unterschieden. Zu den Samenverbreitern zählen vor allem Star, Singdrossel, Amsel und Misteldrossel sowie

Kleiber
Kleiber reiben den Samenmantel an Baumrinden ab, bevor sie das Samenkorn in Ritzen verkeilen um es, wie die Spechte, aufzumeißeln.
Foto: Mindaugas Urbonas / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5

Wacholder-, Rot- und Ringdrossel. Misteldrosseln zeigen dabei ein territoriales Verhalten und verteidigen ab Spätsommer „ihre“ Eibe gegen andere Vögel, so dass von Misteldrosseln besetzte Eiben noch bis Januar und Februar rote Samenbecher aufweisen. Dieses Verhalten trifft auch auf Singdrosseln zu. Diese zeigen jedoch eine geringere Verteidigungsbereitschaft als Misteldrosseln. Arillen werden außerdem vom Sperling, Gartenrotschwanz und der Mönchsgrasmücke sowie Eichel- und Tannenhäher, Seidenschwanz und Jagdfasan verzehrt. Alle diese Vogelarten sind maßgeblich an der Verbreitung der Europäischen Eibe beteiligt und sorgen dafür, dass Eibenschösslinge auch weit entfernt von etablierten Eibenbeständen und an unzugänglichen Stellen wie etwa steilen Felshängen wachsen.
Zu den Samenfressern zählen neben dem Kleiber vor allem der Grünfink sowie Dompfaff, Kohlmeise, Kernbeißer, Grünspecht, Buntspecht und gelegentlich auch die Sumpfmeise. Kleiber reiben den Samenmantel an Baumrinden ab, bevor sie wie die Spechte das Samenkorn in Ritzen verkeilen, um es aufzumeißeln. Mauerfugen und Rindenritzen dienen dem Kleiber als Nahrungsdepot in.dem er dort Eibensamen versteckt. Wie häufig der Kleiber seine Verstecke mit Eibensamen vergisst, zeigen die nicht seltenen Vorkommen von Eiben, die direkt aus Mauern oder Felsen wachsen. Auch viele Eiben, die am Wurzelansatz von Bäumen gefunden werden, gehen auf das Verstecken der Eibensamen durch den Kleiber zurück.
Wer prächtige, über tausend Jahre alte Eiben einmal in Natura erleben will, sollte den beeindruckenden Paterzeller Eibenwald in der Gemeinde Wessobrunn besuchen. Eines der größten deutschen Eibenvorkommen mit ca. 3000 Eiben liegt im Naturwaldreservat Wasserberg bei Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz.

.(red/lwf/wikipedia)

 

 

Fotonachweis:

Kleiber Fotonachweis

Foto: Mindaugas Urbonas (→ Homepage)
Quelle: Wikimedia Commons

Lizenz: CC BY-SA 2.5

 

 

 

 


 

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