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Die Mistel

Hexenbesen, Liebeszauber und „Grüner Mitesser“


Die Mistel - Hexenbesen, Liebeszauber und Grüner Mitesser
Foto: pixabay / CC0 1.0

 

(23.12.2017) Botanisch und ökologisch begeistert die Mistel aufgrund ihrer spektakulären Lebensweise als Halbschmarotzer und ihrer Bedeutung für die Vogelwelt. Auch als Weihnachtsschmuck und im Brauchtum ist sie beliebt. In Folge des Klimawandels breitet sich die ehemals seltene Mistel jedoch zunehmend aus. Dies kann zu einem weiteren Stressfaktor für Bäume im Klimawandel werden, so Experten der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising-Weihenstephan.


Mistelzweig
Weißbeerige Mistel mit den typischen Blättern, kleinen Blüten und weißen Beeren. Foto: Christian Werner
 
Misteln
Die Mistel wächst in den Kronen von Laub-, Nadel- und Obstbäumen. Foto: pixabay / CC0 1.0

Zu Weihnachten hängen Mistelzweige über so mancher Tür. Das mit Bändern geschmückte Wintergrün ist auch hierzulande als Weihnachtsdekoration bliebt. Mythologisch steht die immergrüne Mistel für Unsterblichkeit und Fruchtbarkeit. Der Ursprung des Brauchs, sich unter einem Mistelzweig zu küssen, ist nicht eindeutig geklärt. Einer der vielen Deutungsversuche zufolge war die Mistel die heilige Pflanze der Frigga, der germanischen Göttin der Liebe.

 

Die Mistel wächst oben in den Kronen von Laub-, Nadel- und Obstbäumen. Sie treibt ihre Wurzeln in das Holz ihrer Wirtsbäume und holt sich aus den Wasserleitungen des Baumes das lebensnotwendige Wasser. Und sie nutzt „ihren“ Baum auch in anderer Beziehung: Hoch in der Baumkrone bietet er ihr einen exklusiven Platz an der Sonne. Aber Nährstoffe entzieht sie ihren Wirtsbäumen nicht. Die kann sie dank ihrer immergrünen, ledrigen Blätter über die Photosynthese selbst herstellen. Sie ist deshalb ein sogenannter Halbschmarotzer.

 

In den bayerischen Wäldern finden sich drei Unterarten: Die Laubbaummistel, die auf einer Vielzahl von Laubbaumarten wächst, die Tannenmistel und die Kiefernmistel. Und bei der Kiefer konnten Forstleute nach den letzten Trockenjahren bemerkenswerte Beobachtungen machen.

Die Kiefer ist ein Überlebenskünstler im Umgang mit Wasser und kann auch auf trockeneren Standorten Bayerns wachsen. Bei starkem Befall und Trockenheit jedoch schwächt die Mistel durch ihren Wasserverbrauch ihren Wirt. Die Mistel kann damit in typischen Kieferngebieten künftig die Widerstandskraft der Kiefer gegen andere Stressfaktoren wie Schadinsekten zusätzlich schwächen. Mit der prognostizierten Zunahme der Winter- und Sommerwärme im Zuge des Klimawandels sowie Trockenheit wird voraussichtlich der Mistelbefall in den Kieferngebieten steigen. Das lässt schon jetzt die jährliche Kronenzustandserfassung vermuten. Die konkreten Zusammenhänge müssen jedoch an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in den nächsten Jahren noch forstwissenschaftlich erforscht werden.

 

Darüber hinaus ist Mistel ist aber auch wichtig für viele Vögel wie Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Wacholderdrossel und Seidenschwanz. Die Beeren reifen im November/Dezember aus und bleiben bis ins kommende Frühjahr hängen und können so von zahlreichen Vogelarten als Winternahrung genutzt werden. Die Mistel selbst ist sogar zwingend auf die Verbreitung durch Vögel angewiesen.

(LWF)

 

Links zu diesem Thema:

Weiterführende Informationen zur Mistel (externer Link)
Mistel gefährdet Obstbäume

 



 

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