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Wertvoller Stoff

Dafür ist Herbstlaub im Garten gut

 

Foto: pixabay / CC0 1.0

 

(17.10.2018) Im Herbst herrscht im Garten noch einmal Hochbetrieb: Der Rasen wird gedüngt und ein letztes Mal vor der kalten Jahreszeit gemäht, nicht winterharte Knollen kommen zum Überwintern aus dem Boden, Topfpflanzen in die Garage oder den Keller, Pumpen und frostempfindliche Wasserpflanzen werden aus dem Teich genommen und wurzelnackte Gehölze sowie Blumenzwiebeln von Frühlings-

blühern gepflanzt.

 

Die meisten Herbstarbeiten dienen dazu, schon jetzt das nächste Gartenjahr vorzubereiten. Nicht zuletzt bittet auch das herabgefallene Laub der Bäume um Aufmerksamkeit. Schon allein, weil Haus- und Grundstücksbesitzer dazu verpflichtet sind, Gehwege und Eingänge regelmäßig von Laub zu befreien.

 

Wieso verliert der Baum seine Blätter?

 

Gehölze
Bevor sommergrüne Laubpflanzen im Herbst ihre Blätter abwerfen, entnehmen sie ihnen wichtige Nährstoffe und lagern diese als Reserve für den Winter ein. So entsteht als schöner Nebeneffekt die herbstliche Rot-, Orange- oder Gelbfärbung.
Foto: BGL

Die meisten Bäume, Sträucher und Stauden haben spezielle Mechanismen entwickelt, um sich vor Frost, Eis und Schnee zu schützen. Aufgrund der Kälte ist flüssiges Wasser im Winter Mangelware. Die Pflanzen- und Tierwelt geht mit dieser Knappheit ganz unterschiedlich um. Sommergrüne Laubpflanzen werfen beispielsweise ihre Blätter ab, denn über ihre Oberfläche verdunstet die meiste Feuchtigkeit. So wären sie im Winter gefährdet, zu vertrocknen, da der Nachschub fehlt. Im Vorfeld entnehmen sie ihrem Laub aber noch wichtige Nährstoffe und lagern diese als Reserve für den Winter ein. So entsteht als schöner Nebeneffekt die herbstliche Rot-, Orange- oder Gelbfärbung. Anschließend bildet sich zwischen Blattstiel und Ast eine Korkschicht, mit der die Versorgung der Blätter unterbunden wird: sie vertrocknen und fallen ab. Am Boden wird das Laub nun von Mikroorganismen zu wertvollem Humus verarbeitet, der als natürlicher Dünger den Garten mit Nährstoffen anreichert.

 

Laub im Garten – was tun?

 

Rasen
Von Rasenflächen sollte das Laub entfernt werden, denn sie brauchen Licht und Luft, damit sie gut trocknen können, sich keine Pilze bilden und die Halme nicht gelb werden.
Foto: BGL

Im Garten sollte man das Laub nicht einfach liegenlassen, jedoch ist es hilfreich zu wissen, wo das Laub gut tut und wo es doch aufgesammelt werden sollte „Es ist besser, die Blätter vom Rasen zu entfernen“, erklärt Andreas Stump vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), „denn dieser braucht Licht und Luft, damit er gut trocknen kann, sich keine Pilze unter den Blättern bilden und die Halme nicht gelb werden. An anderen Stellen übernimmt das Laub dagegen eine wichtige Aufgabe, zum Beispiel als Mulch für Pflanzen, deren natürlicher Standort im Wald oder an dessen Rand liegt. Auf Beeten, unter Sträuchern oder rund um frostempfindliche Pflanzen ist Falllaub ein guter Winterschutz und hält die Feuchtigkeit länger im Boden.“ Laub ist jedoch nicht gleich Laub. Die Blätter von Obstbäumen, Ahorn, Hainbuchen und Linden verrotten zum Beispiel sehr schnell, Eichen- und Walnusslaub dagegen benötigt relativ viel Zeit. Außerdem enthält es einen hohen Anteil Gerbsäure, was den ph-Wert des Bodens senkt. Manche Pflanzen mögen das gar nicht, andere blühen dadurch erst richtig auf.

Landschaftsgärtner verteilen Eichenblätter daher unter Sträuchern, die einen Boden mit geringem ph-Wert

Laubhaufen
Im Herbst herrscht im Garten noch einmal Hochbetrieb. Nicht zuletzt bittet auch das herabgefallene Laub der Bäume um Aufmerksamkeit. Abhängig von der Anzahl laubabwerfender Gehölze kann sich im Laufe des Herbstes eine große Menge Laub ansammeln.
Foto: BGL

bevorzugen, wie Rhododendron. Weiterer positiver Effekt: Auch Unkraut mag den hohen Säureanteil nicht und wächst deshalb nur schwach oder gar nicht.

Tiere und Insekten freuen sich ebenfalls über die herbstlichen Blätter. Denn im Innern eines Laubhaufens herrschen angenehmere Temperaturen als außerhalb. Zudem bietet er Schutz in einer Zeit, in der Rückzugsorte aufgrund kahler Sträucher selten sind. Daher empfehlen die Experten für Garten und Landschaft, an einer Stelle im Garten etwas Laub anzusammeln. Ideal ist ein abgelegener, sonniger Standort. Dort ist der Laubhaufen nicht im Weg und die tierischen Gartenbewohner können den Winter ungestört verbringen. Übrigens sollte man aus Rücksicht auf Insekten auch auf Laubsauger im Garten verzichten. Die Geräte saugen die Kleinlebewesen zusammen mit den Blättern ein und werden für sie zur Falle. Aber auch die Nachbarn sind dankbar, wenn die Sauger nicht zum Einsatz kommen, denn in der Regel sind diese sehr laut.

 

Wohin mit dem restlichen Laub?

 

Abhängig von der Anzahl laubabwerfender Gehölze kann sich im Laufe des Herbstes eine große Menge Laub ansammeln. Wohin damit, wenn alle Beete bereits gemulcht und frostempfindliche Pflanzen geschützt sind? Das Verbrennen von Laub ist verboten und die grüne Tonne schnell voll. Praktisch ist hier das Angebot der Landschaftsgärtner: Sie sammeln die Blätter nicht nur ein und verteilen sie bei Bedarf im Garten, sondern sie entsorgen im Anschluss das restliche Laub auch fachgerecht.
(BGL)



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