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Wertvolle grüne Achsen

Alleen in Städten erhalten und ausbauen


Wertvolle grüne Achsen in Städten
Foto: BGL

 

(8.12.2017) Alleen in ihrer heutigen Form haben ihren Ursprung in der Renaissance. Als verlängerte Ein-fahrt zu fürstlichen Anwesen boten die mit Bäumen gesäumten Straßen den Anreisenden einen herr-schaftlichen Empfang. Denn die Gehölze, zumeist Linden oder Buchen, standen wie eiserne Zinnsoldaten Spalier und beeindruckten mit ihrer Gleichförmigkeit.

 

„Vor dieser Zeit wurden Alleen aus rein funktionalen und weniger aus ästhetischen Gründen angelegt“, weiß Eiko Leitsch, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. „Aspekte wie gleichmäßiger Baumabstand oder ähnlicher Wuchs spielten dabei kaum eine Rolle. Stattdessen hatten die schattenspendende Wirkung sowie der Schutz vor Wind und Wetter oberste Priorität.“ Dieser Nutzen war auch Jahrhunderte später für Napoleon Bonaparte noch relevant – im 18. Jahrhundert ließ er speziell für seine marschierenden Soldaten in ganz Europa Alleen pflanzen.

 

Prachtstraße und Touristenmagnet

 

Auch heute genießen Alleen einen hohen Stellenwert. Besonders die innerstädtischen Prachtstraßen sind zu beliebten Flaniermeilen und Touristenmagneten geworden. So gilt die Düsseldorfer Königsallee – kurz: Kö – als eine der luxuriösesten Einkaufsstraßen Europas. Unter den Linden ist Berlins bekannteste Prachtstraße und

Innerstadtische Allee - Fußgängerzone in Weimar
Allee Weimar
Alleen bieten einer Reihe von Tieren Lebensraum und Nahrung, senken die Feinstaubbelastung der Luft, geben Schatten und sorgen durch Verdunstung für angenehme Luftfeuchtigkeit. Foto: Horst Jürgen Schunk

führt in Berlin Mitte vom Brandenburger Tor aus bis zur Spree. In Bonn verbindet die Poppelsdorfer Allee die beiden Kurfürstlichen Schlösser der Stadt und beeindruckt mit prachtvollen Rosskastanien. Doch Alleen bekamen nicht immer positiven Zuspruch. In den 1960er Jahren gab es in Deutschland sogar eine vom ADAC angelegte Kampagne, die den Wert dieser Bäume verkannte und für ihre Fällung plädierte. Ausschlaggebend war das landesweit erhöhte Verkehrsaufkommen: Die Gehölze standen schlichtweg im Weg und verhinderten die als notwendig angesehene Verbreiterung der Straßen. Als Leitbild galt in dieser Zeit die autogerechte Stadt: Deutschlandweit wurden zahlreiche alte Alleen gefällt, um den Autos eine schnellere Fahrt zu ermöglichen. Lediglich Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern konnten sich den Großteil ihrer Baumbestände und hunderte Kilometer von Alleen bewahren. Heute schätzt man den städtebaulichen Wert von Alleen wieder: In verschiedenen europäischen Großstädten werden Straßen als autofrei deklariert und als Flaniermeilen für Fußgänger umgestaltet. Dabei spielen Baumpflanzungen, zumeist als Allee, eine große Rolle.

 

Im Dienst der Alleen

 

Mittlerweile stehen Alleen – sowohl alte, als auch neu angelegte – in vielen Bundesländern gesetzlich unter Schutz. Stiftungen und Vereinigungen setzen sich für den Erhalt historischer Baumbestände ein. Denn die Gehölze prägen nicht nur eindrucksvoll das Straßenbild, sondern sind auch aus ökologischer Sicht enorm wertvoll: Sie bieten einer Reihe von Tieren Lebensraum und Nahrung, senken die Feinstaubbelastung der Luft, geben Schatten und sorgen durch Verdunstung für angenehme Luftfeuchtigkeit. „Um die Vitalität der Alleebäume zu bewahren, führen Landschaftsgärtner regelmäßig Kontrollen durch“, erklärt Leitsch. „Besonders bei älteren Baumbeständen ist eine professionelle Pflege wichtig, damit die Gehölze gesund bleiben. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch die Verkehrssicherheit – das bedeutet: Die Bäume müssen standsicher und stabil sein, damit von ihnen auch während eines Sturms oder bei starken Schneefällen keine Gefahr durch herabfallende Äste ausgeht.“ Aus diesem Grund entfernen Landschaftsgärtner zum Beispiel Totholz und risikoreiche Äste aus der Krone. Sollte einmal ein Baum ausfallen – zum Beispiel durch Krankheit – wird für einen Ersatz gesorgt. Man spricht in diesen Fällen auch von einer Ergänzungspflanzung. Landschaftsgärtner pflanzen dann einen der Allee entsprechenden Baum nach. Mit den Jahren gliedert sich dieser dann in die Reihe der alten Gehölze ein und der Charme der altehrwürdigen Alleen bleibt erhalten.
(BGL)


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