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Die Hopfenbuche

Der Baum des Jahres 2019 in Österreich

Hopfenbuche
Blätter und Fruchtstand von Ostrya carpinifolia. Foto: Franz Xaver, Ostrya carpinifolia 1, CC BY-SA 3.0


(26.4.2019) Mit der Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) wird 2019 in Österreich ein wenig bekannter Baum in das Rampenlicht gerückt. Die Hopfenbuche wurde vom Umweltschutzverein Kuratorium Wald und dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) ausgewählt.

 

ostrya carpinifolia
Herabhängende Kätzchen.Typisch für Birkengewächse.
Foto: Franz Xaver, Ostrya carpinifolia 4, CC BY-SA 3.0
 
Hopfenbuche im Arboretum des Parks von Champeau
Hopfenbuche im Arboretum des Parks von Champeau, Belgien. Foto: Jean-Pol GRANDMONT, Ostrya carpinifolia JPG1a, CC BY-SA 3.0

Das Wort Buche im Namen des laubwerfenden Baumes, ist irreführend. Auch wenn die doppelt gesägten Blätter des Baumes stark an die der Blätter der Hainbuche oder ferner der Buche erinnern, ist der Baum jedoch ein Birkengewächs (selbiges gilt im Übrigen auch für die Hainbuche). Diese Zugehörigkeit lässt sich aber leicht am Blütenstand erkennen. Der männliche Blütenstand ist nämlich, wie auch bei der Birke, Hasel oder Hainbuche, ein herabhängendes Kätzchen – ein typisches Merkmal für Birkengewächse.

 

Weder Hopfen noch Buche

 

Keine Verwechslungsgefahr besteht jedoch beim Fruchtstand, dieser ist in ganz Europa bei einem Baum einmalig. Auch hier ist der Name des Baumes Programm, denn der Fruchtstand erinnert stark an die weiblichen Blüten des Hopfens. Bier lässt sich jedoch keines damit brauen. Die anfangs noch grüne zapfen- bis eiförmigen Fruchtstände der Hopfenbuche werden zur Reifezeit zwischen August und Oktober bräunlich. Diese Färbung macht es dem Beobachter nicht nur leicht den Baum von anderen zu unterscheiden, sondern lässt ihn die Hopfenbuche sogar von weitem sicher ansprechen.

 

Der wärmeliebende Baum mit den hopfenartigen Früchten kann in Österreich schon fast als Exot bezeichnet werden. Er lässt sich nämlich nur in den Südalpen, genauer in den wärmegetönten Gebie-

ten Kärntens und der Südsteiermark finden, wo er auch seine nördliche Verbreitungsgrenze hat. Das zentrale Verbreitungsgebiet von Ostrya carpinifolia befindet sich in weiten Teilen des Mittelmeergebiets und zieht sich bis in den Libanon.

 

Die Hopfenbuche bringt mediterranes Flair in Österreichs Wälder

 

Die Hopfenbuche ist ein typischer Vertreter der submediterranen Laubmisch-, Karst und Buschwäl-

der. Er ist kein bestandsbildender Baum, sondern kommt immer in Kombination mit anderen Baumar-

ten vor. In Österreich sind das die Hopfenbuchen-Buchenwälder und die Hopfenbuchen-Mannae-

schenwälder. Beide Waldtypen sind jedoch nur sehr kleinräumig auf exponierten, von Fels durchsetzen Standorten der Südalpen zu finden – diese Standorte sind besonders wämebegünstigt. Durch diese natürlicherweise unzugänglichen Standorte, ist die Hopfenbuche in Österreich wenig gefährdet. Ihr Lebensraum beherbergt sogar viele seltene Tier- und Pflanzenarten, wie die Sandviper und Smaragdeidechse.

(Kuratorium Wald)


Weitere Informationen:

Kuratorium Wald

 

 

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Weitere Berichte "rund um den Baum" finden Sie im Archiv >>Baum+Natur


 

 

Baum des Jahres
bisherige Jahresbäume
Deutschland

1989 Stiel-Eiche
1990 Rotbuche
1991 Sommer-Linde
1992 Berg-Ulme
1993 Speierling
1994 Europäische Eibe
1995 Spitzahorn
1996 Hainbuche
1997 Eberesche
1998 Wild-Birne
1999 Silber-Weide
2000 Sand-Birke
2001 Esche
2002 Gemeiner Wacholder
2003 Schwarz-Erle
2004 Weiß-Tanne
2005 Rosskastanie
2006 Schwarzpappel
2007 Wald-Kiefer
2008 Echte Walnuss
2009 Berg-Ahorn
2010 Vogel-Kirsche
2011 Elsbeere
2012 Europäische Lärche
2013 Holzapfel
2014 Traubeneiche
2015 Feld-Ahorn
2016 Winterlinde
2017 Fichte
2018 Esskastanie

2019 Flatter-Ulme

Österreich
In Österreich wird seit 1994 ein Baum des Jahres ausgewählt. Im Gegensatz zur deutschen Auswahl können in Österreich ganze Gattungen ebenso wie einzelne Arten ausgewählt werden. Sogar Gruppen, die biologisch nichts miteinander zu tun haben, wie die Wildobstbäume wurden ausgewählt.

1994 Tannen
1995 Buchen
1996 Linden
1997 Fichten
1998 Schwarzerle
1999 Zirbe
2000 Schwarzkiefer
2001 Eschen
2002 Lärchen
2003 Weiden
2004 Eberesche
2005 Ahorne
2006 Ulmen
2007 Hainbuche
2008 Speierling
2009 Birken
2010 Wildobstbäume
2011 Zirbe
2012 Elsbeere
2013 Eibe
2014 Rotbuche
2015 Weißtanne
2016 Eiche

2017 Wacholder

2018 Pappeln

2019 Hopfenbuche

 


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