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Das Ende eines Methusalems

Historische Linde in der Zitadelle Spandau wurde gefällt

 

Die Winter-Linde auf der Zitadelle im Juni 2017. Foto: JoachimKohlerBremen, In der Zitadelle Spandau, CC BY-SA 4.0
Die Winter-Linde auf der Zitadelle im Juni 2017. Foto: JoachimKohlerBremen, In der Zitadelle Spandau, CC BY-SA 4.0

 

(14.7.2019) Die letzten Rettungsversuche waren vergebens: nach 500 Jahren verliert die Zitadelle Spandau einen historischen Zeugen. Die Naturdenkmal-Linde im Hof ist nicht mehr zu halten und wurde kurzfristig gefällt. Doch für Nachwuchs wurde bereits vor einigen Jahren gesorgt.

 

Linde
Mit einem Stammumfang von 5,17 m war die Winter-Linde (Tilia cordata) eine der mächtigsten und mit ihren rund 500 Jahren eine der ältesten Linden von Berlin.Foto: BA-Spandau

„Wenn Bäume reden könnten…“ – Für nur wenige Bäume in Spandau gilt dieser Satz mehr als für die Linde im Hof der Zitadelle. Über 500 Jahre lang verfolgte sie die Geschicke und Missgeschicke, erlebte Geschichte und Geschichtchen der Spandauer und der Zitadelle. Doch nun hatte sie ihre Alters-

grenze endgültig erreicht und wurde abgetragen. Über die letzten 20 Jahre hat der Mensch ihr immer wieder geholfen und mit Kronenschnitten, Verspannungen und Abstützungen dafür gesorgt, dass sie weitere Jahre als prägender Baum stehen bleiben konnte. Jedoch zeigten jetzt die letzten Unter-

suchungen, dass die Linde aus Gründen der Verkehrssicher-

heit nicht länger stehen bleiben konnte, da der östliche Stamm des Baumes inzwischen ganz abgestorben und der Rest des Baumes auch nicht mehr standsicher war.

 

Für Nachwuchs wurde bereits beizeiten gesorgt

 

Doch solch ein Baum ist niemals ganz tot: die Stammpartien wurden aus Gründen des Artenschutzes zuerst zum Werkhof gebracht. Von hier aus kann dann entschieden werden, ob man Teile des Stamms als Totholz-Lebensraum an geeignete Stellen im Bezirk bringt, damit holzbewohnende Pilze und Insekten ihr weiteres Werk tun können. Zudem bleibt ein etwa 2 Meter hoher Torso des alten Baumes an seinem gewohnten Standort.

Und auch für den Nachwuchs wurde bereits beizeiten gezielt gesorgt: am Stammfuß des alten Baums wurde schon vor Jahren eine neue Linde gepflanzt, die jetzt die Chance hat, ebenfalls zu einem Methusalem heran-

zuwachsen und von den nächsten Spandauer Generationen bestaunt zu werden.

(Quelle: Pressemitteilung vom 09.07.2019 → Bezirksamt Spandau)



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