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Baobab – Baum des Lebens in Afrika

Einer der wichtigsten Obstbäume

 

Baobab Botswana
Foto: pixabay / CC0 1.0

 

 

(30.11.2018) Einer der wichtigsten Obstbäume Afrikas ist der „Affenbrotbaum“ Baobab. Aus dem Baum werden Nahrung, Futter, Öl, Arzneimittel und Fasern gewonnen.

 

Der Baobab-Baum hat seine Heimat in Afrika südlich der Sahara. Er kann bis zu 25 Meter hoch werden und einen Umfang von 30 Metern entwickeln. Der dicke Stamm speichert das Wasser, so dass er auch lange Dürreperioden problemlos überlebt. Manche Exemplare sind über 1.000 Jahre alt. Häufig werden Baobabs auch „upside down trees“ genannt, was so viel wie „umgekehrter Baum“ bedeutet. Denn sie sehen so aus, als hätte man sie umgekehrt in den Boden gesteckt.

 

baobab
Baobab, auch Affenbrotbaum genannt. Foto: pixabay / CC0 1.0
 
Früchte
Früchte des afrikanischen Baobab (Adansonia digitata).
Foto: Marco Schmidt / Patricia.fidi / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5
 
Frucht
Baobab-Frucht. Foto: pixabay / CC0 1.0
 
offene Frucht
Offene Baobab-Frucht. Foto: pixabay / CC0 1.0
 
Báobaboel
Boabab-Öl. Foto: pixabay / CC0 1.0

Die Mächtigkeit der Bäume und ihre unregelmäßige Wuchsform hat immer wieder dazu geführt, dass ihr Alter überschätzt wurde. So war David Livingstone der Überzeugung, dass ein Baum, den er am Sambesi entdeckte, ein Alter von mindestens 4000 Jahren aufweise. Umfangreiche Untersuchungen in Kenia, Mali, Sudan, Tansania und Sambia haben jedoch gezeigt, dass nur sehr wenige Affenbrotbäume älter als 400 Jahre sind.

 

2018 berichteten Forscher von einem teilweisen bzw. vollständigen Absterben von 9 der 13 ältesten Baobabs innerhalb der vergangenen zwölf Jahre. Die Ursache hierfür sei unbekannt; womöglich hätten Klimaveränderungen einen Einfluss.Der Studie zufolge sei der weltweit älteste Baobab, Panke in Simbabwe, nach über 2.500 Jahren (2.429 [±14] Jahre mit Radiokohlenstoffmethode gemessen) in den Jahren 2010–2011 abgestorben. Der älteste weitgehend intakte Baobab sei nun Humani Bedford Old baobab in Simbabwe mit einem geschätzten Alter von 1.800 Jahren.

 

Für die Einheimischen ist der „Baum des Lebens“ ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Aber auch in anderen Regionen der Welt schätzen immer mehr Menschen die Früchte der knorrigen Baumriesen.

Es dauert 20 bis 25 Jahre, bis die wild wachsenden Bäume das erste Mal Früchte tragen. Diese sind rundlich-oval mit einer dicken und harten Schale. Im Innern befindet sich eine Fruchtpulpe, die die Samen schützend umhüllt. Beim Reifeprozess entzieht der Baum das Wasser, sodass die Schale verholzt und die Pulpe trocken und staubig wird. Dann fallen die Früchte zu Boden und werden traditionell von den Frauen eingesammelt und weiterverkauft.

 

Seit 2016 arbeiten Wissenschaftler in einer aus zehn Partnern bestehenden internationalen Projektgruppe im Projekt „BAOFOOD“ daran, zu erforschen, wie das Potenzial des Baobab-Baumes noch besser genutzt werden kann. Es geht vor allem darum, die Produkte in vielfältigerer Form als bisher für die menschliche Ernährung weiterzuentwickeln. In Kenia befindet sich eine Pilot-Verarbeitungsanlage im Aufbau, in der aus der Fruchtpulpe nährstoffreiche Lebensmittel für den kenianischen Markt hergestellt werden sollen.

 

Nach Untersuchungen der Hochschule Rhein-Waal sind in 100 Gramm Fruchtpulpe bis zu 300 Milligramm Vitamin C enthalten. Damit liegt der Gehalt sechs Mal höher als bei Orangen. Die Früchte sind reich an Ba-

laststoffen, wertvollen Antioxidanzien und Mineralstof-

fen wie Kalzium, Magnesium, Kalium und Phosphor. Je nach Standort kann der Anteil der Inhaltsstoffe aller-

dings schwanken. Neben den nahrhaften Früchten sind auch die zu Gemüse gekochten Blätter geeignet, den Mikronährstoffmangel in der Region zu bekämp-

fen. Als Pulver kann die Fruchtpulpe in zahlreichen Speisen und Milchprodukten verarbeitet werden. Das Öl ist für die Seifenproduktion und der übrigbleiben-

den Öl-Presskuchen als Tierfutter geeignet.

 

Baobab schmeckt fruchtig-herb und leicht süßlich, aber überwiegend säuerlich. Das Aroma erinnert etwas an eine süße Grapefruit. Baobab ist seit dem Jahr 2009 in Europa als „neuartiges Lebensmittel“ zugelassen. Das Pulver ist gut wasserlöslich und kann für Shakes, Smoothies und Säfte verwendet oder mit Joghurt und Müsli gegessen werden. Es ist auch ein gutes Backtriebmittel für Gebäck und Kuchen. Aufgrund des natürlichen Pektingehalts lässt sich Baobab auch zum Binden von Fruchtgelees, Soßen und Suppen einsetzen. Das Pulver ist im Online-Handel, aber auch in gut sortierten Reformhäusern, Bio-Läden und Supermärkten zu finden.

(Heike Kreutz, BZfE / red)

 

Weiterführende Informationen

Beitrag "Der Baobab-Baum und sein Beitrag zur Ernährungssicherung in Ostafrika"
in der Zeitschrift "Ernährung im Fokus",
Ausgabe 09-10/2018, Bestell-Nr. 5885

 

 


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