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Kopfweiden prägen das Landschaftsbild vieler Regionen

Die knorrigen Charakterköpfe müssen regelmäßig „zum Friseur“

 

Kopfweiden prägen das Landschaftsbild in vielen Regionen
Foto: pixabay.com / CC0 1.0

 

(3.6.2016) Knorrig und knorpelig prägen die Kopfweiden das Bild vieler Flusslandschaften. Aus ihren charakteristischen dicken Stämmen recken sich unzählige dünne und dickere Äste in den Himmel. Was auf den ersten Blick wie ein wilder Wuschelkopf aussieht, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, denn Kopfweiden müssen regelmäßig zum Friseur. Kopfweiden sind keine Baumart im botanischen Sinne und auch kein Werk der Natur. Sie entstehen vielmehr durch Eingriffe des Menschen, der sich die Wuchskraft der Bäume schon seit etwa 3 000 Jahren zu Nutze macht. Das schnellwachsende Holz war früher ein unverzichtbarer Rohstoff, geriet vorübergehend in Vergessenheit und erlebt im Zeitalter nachwachsender Rohstoffe eine kleine Renaissance.

 

Kopfweiden
Hier scheint es an der Zeit zu sein, die Bäume zu schneiteln.
Foto: pixabay.com / CC0 1.0
 
Kopfweide geschneitelt
Nach dem „Friseurbesuch“.
Foto: pixabay.com / CC0 1.0

Regelmäßiger Schnitt

Der Charakterkopf entsteht so: Der Leittrieb der Bäume wird in einer Höhe zwischen einem und vier Metern abgeschnitten. An dieser Stelle bilden die Weiden zahlreiche neue Triebe. Durch eine Vereinzelung der Äste in jungen Jahren und später durch den regelmäßigen, radikalen Rückschnitt verdickt sich der Stamm und im Laufe der Jahre entsteht der markante Kopf. Das „Schneiteln“ in den Wintermonaten, wie der Schnitt genannt wird, ist wichtig, um die Weiden zu erhalten. Denn alte Kopfweiden drohen auseinander zu brechen, wenn sie lange nicht geschnitten werden. Der kurze Stamm kann die Last der langen und schweren Äste nicht mehr tragen.

 

Kulturhistorisch und ökologisch wertvoll

Kopfweiden prägen das Bild vieler Landschaften. Die alten, knorrigen Bäume mit dem bizarren Aussehen sind kulturhistorisch und ökologisch von großem Wert. Lyrikern und Malern dienten Kopfweiden als Motiv. Zudem ranken sich unzählige Geschichten über mystische Gestalten wie Feen, Hexen und Geister um die Kopfweiden.

 

Wertvoller Lebensraum

Den Weiden wird nachgesagt, dass sie zu den insektenreichsten Pflanzen gehören. Aber auch zahlreiche andere Tiere, Pflanzen, Moose, Flechten oder Pilze finden auf und in den Kopfweiden ihre Heimat. Dies ist auch auf den Schnitt zurückzuführen, denn über die Schnittwunden dringen Pilze und Bakterien in das Holz ein. Nach und nach sterben Teile des Baumes ab, im Inneren wird er hohl. Die Kombination aus morschem Totholz und lebendem Holz macht die Bäume für Tiere attraktiv. In den Hohlräumen fühlen sich Höhlenbrüter wie der Steinkauz, Fledermäuse, Schmetterlinge oder Ameisen ausgesprochen wohl. Seltene Käfer wie der Moschusbock und der Weberbock besiedeln die Weiden. Auch die Bienen kommen gerne, denn die austreibenden Weiden liefern ihnen im Frühjahr Nahrung. Auf dem morschen Gehölz gedeihen Baumpilze, Flechten oder Moose prächtig.

 

Zeugen der Geschichte

Noch bis in die Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts nutzten die Menschen die dünnen Ruten der Weiden, um Körbe zu flechten. Sie steckten die Äste zu Flechtzäunen zusammen oder begrenzten mit den dickeren Ästen als Zaunpfählen die Wiesen und Weiden. Das Geflecht aus den Weidenruten verwendeten sie zum Bau ihrer Fachwerkhäuser. Außerdem diente das Holz der schnellwüchsigen Kopfweiden als Brennstoff. Mittlerweile erlebt die Nutzung der Weiden eine leichte Renaissance. Flechtzäune sind wieder in. In Kindergärten und Grundschulen erfreuen sich auch Weidentipis und -tunnel großer Beliebtheit.

 

Viele verschiedene Arten

Weiden (Salix) gehören zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Weltweit sind rund 450 verschiedene Weidenarten bekannt, darunter 30 Meter hohe Bäume, aber auch Sträucher. Der Familienname der Weiden weist auf die heilkundliche Bedeutung der Weiden hin. Das lateinische Wort Salus bedeutet unter anderem Wohlsein, Gesundheit. Die Rinde der Weiden enthält Salicin, den Grundstoff Salicylsäure. Sie wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd.


Quelle: Profil Online



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