|
Vielleicht
sollte zukünftig der "Tag des Baumes" einmal anders begangen
werden. Sozusagen in Erinnerung an die vielen tausend Bäume, die
im Laufe der Zeit in Stadt und Land gefällt wurden, ohne entsprechende
Ersatzpflanzungen.
Da wären
die zahlreichen Pappeln und Weiden, die Waldbäume für Autobahn
und ICE, die zahllosen Straßenbäume entlang der Bundes- und
Staatsstraßen. Bäume an Seen, Teichen und Flüssen, in
Vor- und Hausgärten, auch in den Kleingartenanlagen, sowie für
neue Parkplätze. Erinnerung
an die ehemaligen Auwaldbäume in der näheren Umgebung. Wie
wäre es, sich auch an die Bäume zu erinnern, die völlig
verstümmelt wurden, weil irgendwer sie klein haben wollte und weil
das momentan dem Zeitgeist entspricht, ansteckend irgendwie? Ja,
erinnern wir uns an die zahlreichen ehemaligen Bäume und vor allem
daran, dass Ersatzpflanzungen bisher nicht die Regel sind. Aber
das wäre auch die Chance des Tag des Baumes". Das endlich wieder
richtige Landschaftsbäume nachgepflanzt werden und nicht nur die
handtellergroßen Kugelbäumchen, die mit Bäumen kaum etwas
gemein haben.
Das
wieder der Hofbaum einziehen darf, der Hausbaum, der für Generationen
seine positiven Auswirkungen haben wird. Nussbaum
anstelle Buchsbaum, Trauerweide anstelle Kirschlorbeer, Rotbuche anstelle
Lebensbaum und Traubenkirsche anstelle Kugelrobinie.
Wie
wäre es, jetzt endlich für den längst gefällten Baum
die Pflanzauflage zu erfüllen? Jetzt, bis Mitte Mai ist Pflanzzeit
und ab Mitte Oktober wieder. Wie
wäre es, zur Geburt eines Kindes, zur Hochzeit, zur Konfirmation
einen Jubiläumsbaum zu pflanzen und ihn zu erhalten? Und
wie wäre es, bei eventuell notwendigen Schnittmaßnahmen wirkliche
Fachleute arbeiten zu lassen, die den Baum auch erhalten und nicht brutal
zerstören? Bäume,
die gar nicht beschnitten werden müssen, einfach so zu lassen, wie
sie sind - wie wäre es damit? Bäume
als Wegbegleiter des Menschen, als Kulturträger, als unverzichtbarer
Bestandteil unserer Umwelt. Und wie wäre es, Laubfall als das zu
sehen, was es seit Jahrmillionen nun einmal ist, als Grundstoff für
neue Erde?
Es wäre
gut, sich nicht noch weiter von der Natur zu entfernen. Wie sollen die
weltweiten Umweltprobleme nachhaltig gelöst werden, wenn der Mensch
in seinem eigenen Umfeld gegen Bäume zu sein scheint? Und
wie wäre es, wenn der Gedanke des Tag des Baumes" nicht nur
für einen Tag Bestand hat, sondern für das ganze Jahr? Dann
wären wir einen Schritt weiter mit dem Erhalt unserer natürlichen
Lebensgrundlagen. Veränderungen und Entwicklungen ja, sie müssen
allerdings nicht unbedingt immer im Gegensatz zum Erhalt der Natur stehen,
Gegensätze werden mit Totschlagargumenten zu oft nur herbei geredet.
|